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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Schimmel verhindern - aber wie? #5 ph-Wert

Der pH-Wert ist der Grad für den Säuregehalt eines Stoffs und kann zwischen 0 (sehr stark sauer) über 7 (neutral) bis 14 (sehr stark alkalisch) liegen. Schimmelpilze leben sehr gerne in einem leicht saure Milieu im pH-Wert-Bereich zwischen ca. 4,5 und 6,5. Durch die Ausscheidung saurer Stoffwechselprodukte können Schimmelpilze den pH-Wert des Untergrunds (z.B. Putz = alkalisch) zu ihren Gunsten absenken. Sie sind also echte Lebenskünstler die sich ihre Umgebungsbedingungen auch sehr schön selber einrichten können.

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Mittwoch, 6. Dezember 2017

Schimmel verhindern - aber wie? #4 Temperaturen

Wie sieht es eigentlich mit geeigneten Temperaturen für das Schimmelwachstum aus? In einem Temperaturbereich zwischen ca. 0 oC und ca. 50 bis ca. 60 oC können Schimmelpilze wachsen, wobei die idealen Temperaturen je nach Art zwischen etwa 35 oC und ca. 50 oC liegt.

Meistens liegen Wand- und Deckenoberflächen mit einem Schimmelbefall in einem Temperaturbereich um die 10° bis 15° C. Was aber die Schimmelpilze auch nicht abhält, prächtig zu gedeihen.



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Mittwoch, 29. November 2017

Schimmel verhindern - aber wie? #3 Feuchtigkeit


Wie ich im letzten Beitrag erklärt habe, kommen Schimmelpilze mit nur sehr wenig Nahrung aus. Wie sieht es da mit der benötigten Feuchtigkeit aus? Ab einer Oberflächenfeuchtigkeitvon etwa 70 % können bestimmte, sog. xerophile Schimmelpilzarten bereits auskeimen und wachsen. Ab einer Oberflächen- bzw. Substratfeuchte von 80 % ist Schimmelwachstum sehr wahrscheinlich.

Es ist also nicht unbedingt eine spürbare Oberflächenfeuchtigkeit nötig um das Schimmelwachstum zu begünstigen.


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Mittwoch, 25. Oktober 2017

Die Diskussion um Polystyrol - nur brandgefährlich - nur billig?

Immer wieder flammt in diversen Foren oder auch in den Social Media wie Facebook oder Twitter die Diskussion um den Dämmstoff Polystyrol-Hartschaum, genannt Styropor auf.

Genau gesagt müsste man eigentlich von "Expandiertem Polystyrol Hartschaum" sprechen, aber das lässt sich wunderbar mit  EPS abkürzen und diesen Begriff werde ich in diesem Artikel auch ausschließlich verwenden.

Lange Zeit habe ich versucht in diesen Diskussionen sachlich zu argumentieren, aber langsam bin ich es Leid. Erstens muss man sich immer wieder gegen persönliche Angriffe wehren und zweitens wird teilweise überhaupt keine sachliche Diskussion mehr geführt.

Ich habe länger darüber nachgedacht warum das so ist und bin zu folgendem Schluss gekommen:

1. Die meisten Leute haben keine Ahnung wovon sie sprechen. Wer mit Fachbegriffen wie bspw. "Kältebrücke" um sich wirft hat sich noch nicht einmal mit den grundlegenden Begriffen befasst.

2. Viele Diskussionsteilnehmer haben sich bei den falschen Leuten informiert. Wer sich schon nicht mit den Grundlagen auskennt wird natürlich leicht Opfer von Halbwissen und Falschinformationen. Es gibt genug Demagogen und Quacksalber die ihrem schlecht informierten Publikum jeden möglichen Mist erzählen.

3. Es findet ein Glaubenskrieg statt: Aufgeheizt durch die demagogische Rhetorik kämpfen viele für die "richtige Sache" und sind die Argumente noch so armselig. Atmende Wände, atmende Häuser gar! Gutes Raumklima das durch die Atmung entsteht. Dagegen "absaufende Dämmungen" und alternativ das absolute Killerargument des "Brandbeschleunigers Polystyrol". Alles ideologisch aufgeheizt und mit falschen Zahlen unterfüttert.

In diesem Blog finden sich einige Beiträge zum Thema WDVS und ich werde in Zukunft bei Diskussionen im Netz nur noch auf meine Argumentation verweisen. Wer den Dialog mit mir sucht kann den jeweiligen Blogeintrag kommentieren und ich werde sicher antworten.

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Sonntag, 22. Oktober 2017

Schimmel verhindern - aber wie? #1 Übersicht

Langsam beginnt wieder die kalte Jahreszeit und damit steigt die Schimmelgefahr in unseren Wohnungen. Deswegen möchte ich mit einer kleinen Serie auf die Thematik eingehen und ein paar handfeste Tipps geben wie sich Schimmel vermeiden lässt.

Grundsätzlich benötigen Schimmelsporen nur einige wenige geeignete Bedingungen um wachsen und auskeimen zu können:

  • Geeignetes Substrat
  • Ausreichende Feuchte
  • Geeigneter Temperaturbereich
  • Geeigneter pH-Wert-Bereich
  • Sauerstoff
Was dies für die Praxis bedeutet werde ich in den nächsten Teilen dieser kleinen Artikelserie beleuchten.

Montag, 8. April 2013

Volkswirtschaftlich profitabel aber der Einzelne zahlt drauf?

Bei den Diskussionen über den Volkswirtschaftlichen Nutzen der Gebäudedämmung wurde immer wieder ins argumentiert, Wärmedämmung von Wohngebäuden würde sich für den einzelnen Bauherrn nicht rentieren. Aber auch das Gegenteil wurde gerne gepostet. Welche Meinung ist nun die richtige?
 
Ich denke, die Antwort ist nicht mit einem Satz zu erledigen, dazu ist das Thema Wohngebäude zu komplex. Wenn man aber eine tendentielle Aussage machen möchte dann könnte man sagen: je älter ein Gebäude desto schlechter der Wärmedämmstandard. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Im Umkehrschluß wird sich in einem älteren Gebäude eine Dämmaßnahme schneller amortisieren als in einem neueren. Dazu kommt, das viele alte Gebäude die heutigen Anforderungen an Komfort und Behaglichkeit nicht mehr erfüllen können. Abriss oder Umbau, das ist hier die Frage.
 
Aber wie soll diese Frage beantwortet werden? Was muss der Bauherr tun, um für sich diese Frage beantworten zu können? Bewahre ich den Ist-Zustand ist das Haus nach heutigen Maßstäben kaum bewohnbar, die Heizkosten liegen in einem unakzeptablen Bereich. Also doch energetische Sanierung? Und welche Möglichkeiten habe ich bei der energetischen Sanierung? Wo fange ich an, wo höre ich auf?
 
Mit der Beantwortung dieser Fragen nähern wir uns der individuellen Lösung des Problems und nur so kann es meines Erachtens funktionieren: Man erstellt einen individuellen Fragenkatalog zum jeweiligen Wohngebäude und arbeitet diese Fragen (und weitere Fragen die möglicherweise durch die daraus resultierenden Antworten entstehen) Schritt für Schritt ab und erstellt auf dieser Grundlage ein Sanierungskonzept. Sie kennen einen besseren Weg? Dann diskutieren Sie mit in diesem Blog, Sie sind herzlich eingeladen.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Dicke Luft vs. richtig lüften

Bei meinem ersten Artikel habe ich angekündigt, etwas zum Thema Lüften zu schreiben. Ich werde es allerdings "Dicke Luft" nennen.
Wenn ich mich an meine Lehrzeit zurück erinnere (1997-2000), war das Thema "Schimmelpilze in Gebäuden" ein unerfreuliches Nebenprodukt der aufkommenden Wärmedämmeuphorie.
Doch dann gab es die ersten Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, Tagespresse und im Fernsehen. Es wurde und wird immer noch heiß diskutiert. Wobei heute weniger über die Ursache, als über die Vermeidung von Schimmelpilzbefall diskutiert wird. Die Nachfrage oder das Interesse am gesunden Wohnen ist immens gestiegen. Erstaunlich ist es nicht, dass das Interesse an diesem Thema so groß ist; verbringen wir doch die meiste Zeit in Innenräumen- und die meiste Zeit davon zu Hause.
Ein altbekanntes und heftigst diskutiertes Thema ist der Schimmelpilzbefall, zu dem wir später kommen.
Gesundes Wohnen steht für mich in enger Verbindung mit den Begriffen "Behaglichkeit und Wohlbefinden". Sie werden nicht nur durch die jeweilige Einrichtung, sondern durch das Raumklima beeinflusst. Lufttemperatur, Temperatur von Strahlungsflächen (z.B. kalte Wände und warme Kachelöfen), Luftfeuchtigkeit und Luftgeschwindigkeit sind ebenfalls wichtige Faktoren.
Wie Sie schon merken, möchte ich über nutzungsbedingte Ursachen schreiben, damit Sie in Zukunft weiterhin Schimmelpilzbrutstätten vermeiden.
Für ein behagliches Wohnklima ist das Wichtigste zu Lüften und zu Heizen. Die Vorteile liegen dabei glasklar auf der Hand: Hohe Luftqualität (saubere Luft), Vermeidung von Schimmelpilzbefall, gesundes Wohnklima und natürlich sparen von Heizkosten. Hierzu möchte ich einen Auszug aus dem Artikel "Gesundes Wohnen- durch richtiges Lüften und Heizen" der DENA nennen: Schimmelpilzbefall ist ein ernst zu nehmendes Problem. Die Hauptursache ist eine zu hohe Feuchte. Als Nahrung reicht eine Papiertapete oder der Staub auf der Wand. Schimmelpilz sieht nicht nur unappetitlich aus und riecht muffig. Er kann das Bauwerk schädigen und sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Eine hohe Feuchte verbessert zudem die Lebensbedingungen von Milben, die z.B. in Polstermöbeln oder Matratzen vorkommen. Für Allergiker sind auch diese "Hausstaubmilben" gefährlich.
Schimmelpilze benötigen verschiedene Untergrund- und Umgebungsbedingungen. Diese sind Temperatur, Feuchte, ph-Wert und Nährstoffe.
Schimmelpilze können sich bei Temperaturen von 0° bis 50°C vermehren. Optimal sind Temperaturen von 20° bis 35°C. Wobei Schimmelpilzsporen bei Minusgraden oder Temperaturen über 50°C nicht absterben, sie verfallen nur in eine sogenannte "Todesstarre". Sind wieder begünstigte Temperaturen vorhanden, geht der Wachstum weiter.
Schimmelpilzsporen brauchen auch eine relative Luftfeuchte von 70% und mehr. Es ist aber auch zu erwähnen, dass es auch "Trockenschimmelsporen" gibt und diese nur eine Luftfeuchte von 60% benötigen. Desweiteren können sich Schimmelpilze bei einem ph-Wert von 1 bis 11 verbreiten. Also auf fast allen Untergründen. Als Nährstoff  bieten sich organische Kohlenstoffverbindungen an, diese werden von den Sporen zersetzt. Dies ist auch ein wichtiger Vorgang im Kohlenstoffkreislauf unserer Natur.
Kommen wir wieder zurück zum Thema "Lüften". Die Möglichkeit, durch Lüftung Feuchtigkeit aus dem Raum zu entfernen, beruht darauf, dass Luft abhängig von Temperatur unterschiedliche Mengen Wasserdampf aufnehmen kann, d.h. je kälter die Luft ist, desto mehr Wasser kann sie beim Erwärmen aufnehmen. Daher kann im Winter durch Lüften mit kalter Außenluft mehr und schneller Feuchtigkeit aus einem Raum entfernt werden als im Sommer. Es ergeben sich im Winter Luftwechselraten von ca. 5-8 Minuten und im Sommer von ca. 20 Minuten und mehr. Bei kalter Außenluft kann im Innenraum- selbst bei Regenwetter- durch Lüftung eine Austrocknung erzielt werden. Eine Querstromlüftung (mehrere gegenüberliegende Fenster ganz geöffnet) bietet dabei den schnellsten und effektivsten Luftwechsel. Während Fenster bei Kippstellung höchstens 1/10 an Luftwechsel wie die Querstromlüftung erreicht.
Wenn ich nun auch noch vor dem Lüften die Heizkörper ausschalte, Türen zu wenig beheizten Räumen schließe und die Innenräume ausreichend beheize, kann ich sogar meine Heizkosten damit senken. Wer vorhin aufgepasst hat weiß: "Frische, kalte Luft erwärmt sich schneller als verbrauchte Luft".
Zum Schluß möchte ich Ihnen noch allgemein empfohlene Temperaturen in Wohnräumen mit auf den Weg geben: Wohnzimmer 20°-23°C, Schlafzimmer 17°- 20°C, Küche 18°-20°C, Bad 20°-23°C, WC 16°-19°C und Flur 15°-18°C. Wobei ein Klima, das für alle Personen im Raum optimal ist, nicht gibt. da die persönliche Behaglichkeit unter anderem von Bekleidung, der körperlichen Verfassung und der individuellen Empfindlichkeit beeinflusst wird.

Ich könnte noch soviel mehr zu diesem Thema schreiben, ich habe das für mich notwendigste erwähnt und mit sei bitte verziehen, wenn ich einige Dinge nicht angesprochen habe, die Schimmelpilzwachstum begünstigen (z.B. bauliche Mängel).

Mit einem sauberen, luftigen Gruß
Albert Klein

Dienstag, 29. November 2011

Gedanken zur Wohnungslüftung- Mieter oder Vermietersache?

Nachdem mich "der Koeschterle" freundlicherweise einen "netten, von mir geschätzten Kollegen" in seinem Blog und auf Facebook bezeichnet hatte, habe ich mich breitschlagen lassen, meinen allseits beliebten Senf zu verschiedenen Themen niederzuschreiben. Bin selbst gespannt was dabei herauskommt. Legen wir mal los.

Es wird seit geraumer Zeit unter Fachleuten und Rechtsanwälten das Thema "Ist das Lüften Mieter oder Vermietersache" heftigst diskutiert.
Es gibt mittlerweile verschiedene Regelwerke, die dieses Thema ganz oder teilweise erwähnen.
Da gibt es zum einen die DIN 1946-6 mit Stand vom Mai 2009. Die DIN 1946-6 greift zwar einerseits die grundsätzlichen Erfordernisse der heutigen Zeit und Baukultur auf, allerdings verschiebt sie auch die Randbedingungen meines Erachtens.
In zahlreichen Veröffentlichungen- auch Tagespresse-wird groß verkündet, dass sie nun den Stand der Technik (was meiner Meinung nach nicht stimmt) bedeutet und dass ab sofort für den Neubau und bei Modernisierungen von Wohngebäuden Fensterlüftung alleine nicht mehr zulässig ist, sondern nutzerunabhängige Lüftungssysteme.
Folgerichtig könnte man sagen, dass im "hermetisch luftdichten Wohnungsbau" hygienische Wohnverhältnisse möglich werden, ohne auch nur einmal das Fenster zu öffnen.
Damit könnte man schlussendlich meinen, dass Lüften einer Wohnung mietrechtlich zur Vermietersache wird. Aber das Geschriebene der letzten zwei Sätze kann ich mir nur schwer vorstellen.
Wichtig ist auch zu erwähnen, dass in Neubauten und sanierten Bestandsgebäuden ein ausreichender Luftwechsel zu planen und nachzuweisen ist.
Dann kommt nun auch noch die DIN 4108 hinzu, die bereits vor der Änderung der DIN 1946-6 die Gewährleistung von 12 Luftwechselraten am Tag fordert.
Allerdings erläutert sie nicht, wie und wer für den Luftwechsel verantwortlich ist. Wenn man sich verschiedene Rechtssprechungen dazu anschaut, erkennt man, dass sie für den Nutzer 2-3 manuelle Lüftungsvorgänge für zumutbar erachtet. Verbleiben also 9-10 Luftwechsel, die vom Gebäude nutzerunabhängige erbracht werden müssen.
Es zeigt sich also, dass das nutzerabhängige Lüften unabdingbar bleibt und an der nutzerunabhängige Lüftung von Neubauten und Modernisierungen kein Weg vorbei führt.
Zum Abschluss möchte ich erwähnen, dass ich die Lüftungsnorm DIN 1946-6 für einen wichtigen ersten Schritt zu einer längst überfälligen Anpassung an die in den letzten Jahren energetisch veränderten Baukultur und vor allen Dingen deren nicht veränderten Nutzung halte.

Puh, ich habs geschafft. Hat aber auch Spaß gemacht. Ich denke, dass ich beim Nächsten Mal erläutere, wie Lüften richtig funktioniert und für was das alles gut ist.
Mit einem Frischluft- Gruß
Albert Klein

Dienstag, 1. Februar 2011

Schimmel ganz konkret und aktuell

Gestern war ich bei einem Bekannten der in einem Zimmer an der Ostseite seiner Mietwohnung auch schon länger mit Schimmelbildung herum laboriert. Ich bin also hin und habe mir besagtes Zimmer angesehen und mal das Messgerät reingehalten. Interessant waren weniger die Messwerte an sich, die hatte ich erwartet. Bei einer Außentemperatur von -5° C hatten die klassischen Bereiche (Gebäudeecke über dem Fußboden und unter der Decke nur 10° - 12° C Oberflächentemperatur).

Im Zimmer war es mit 18° C gar nicht so kalt und die Taupunkttemperatur wurde mir bei einer rel. Luftfeuchte von um die 60% auch mit knapp 10° C angegeben. Da geht der Feuchtigkeitsniederschlag los, keine Frage. Was passiert aber, wenn, wie in der letzten Zeit die Außentemperaturen höher sind? Dann müsste auch die Ecke wärmer sein und es sollte keine Probleme geben. Die Antwort ist aber relativ einfach.

Wenn man die Raumtemperatur und die Luftfeuchte in der Nähe der Ecke misst stellt man fest, das dort die Temperaturen viel niedriger und die rel. Luftfeuchte deutlich höher ist. Demzufolge sinkt dort auch der Taupunkt ab. Als ich die Messung durchführte lag dieser bei knapp über 6° C. Als mich dann die Dame des Hauses noch fragte, ob es eine Rolle spielen würde das sie in diesem Zimmer bügeln würde war mir klar was passiert.

Hier wurde zumindest temporär die Luftfeuchte auch noch deutlich erhöht. Neben dem Wasser das ein Dampfbügeleisen emittiert verdunstet auch noch einiges an Wasser aus der unter dem Bügeleisen trocknenden Wäsche. Ich schätze mal, das hier durchaus ein halber Liter Wasser in die Raumluft verdampft. Da es sich hier um ein kleineres Zimmer handelt (Grundfläche vielleicht 12 m²) steigt dadurch die Luftfeuchte immer wieder signifikant an.

Die Lösung liegt also auf der Hand. Um weitere Schimmelbildung zu vermeiden ist es nötig, weiterhin zu heizen und neben der normalen Stoßlüftung auch nach dem Bügeln zusätzlich zu lüften. Zum großen Teil ist natürlich auch die schlecht dämmende Außenwand schuld an der Situation (der Vermieter wohnt in der Wohnung unterhalb und hat die gleichen Probleme). Ein WDVS würde hier eine deutliche Verbesserung der Situation herbeiführen.

Samstag, 29. Januar 2011

Der Dauerbrenner - atmende Wände

Ob Max von Pettenkofer geahnt hat was er da 1850 angestellt hat? Jedenfalls klagte sein oberster Dienstherr, König Max II über unbefriedigende raumklimatische Verhältnisse in der königlichen Residenz. Aufgrund seiner vorhergehenden Untersuchungen zur Ausbreitung von Seuchen wie beispielsweise Cholera und empirischen Versuchen zur Luftwechselrate der bewohnten Zimmer kam Pettenkofer zu dem Schluss, das ein nicht unerheblicher Luftaustausch durch das Mauerwerk stattfinden müsste.

Also führte Pettenkofer, ein Mann der Tat, folgenden Versuch durch und zeigte diesen auch bei seinen Vorlesungen: Ein zylindrisches Stück Luftkalkmörtel wurde ringsherum mit Wachs abgedichtet. Auf die unbehandelten Stirnflächen wurde jeweils ein Trichter aufgesetzt. Pettenkofer blies in den einen Trichter und siehe da, eine am anderen Trichter aufgestellte Kerze konnte ausgeblasen werden.


Wer heute diesen Versuch nachstellt wird sehr schnell merken das es durchaus möglich ist eine Kerze durch das Werkstück hindurch auszublasen. Allerdings ist der dabei aufgewendete Druck mehrere hundert mal höher als der an Außenwänden auftretende Staudruck. Pettenkofer selber hat übrigens den Begriff "atmende Wände" selber nie verwendet sondern sprach von natürlicher oder freiwilliger Ventilation.
Weitere Infos über Max von Pettenkofer
Lesenswertes Buch von Helmut Künzel: Bauphysik Geschichte und Geschichten, erschienen im Fraunhofer IRB Verlag

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Und nochmal - Schimmel

Heute wollen wir mal den Ursachen des Schimmels auf den Grund gehen. Über Feuchtigkeit im Bad habe ich ja schon geschrieben. In einem älteren Blog habe ich auch schon über Wärmebrücken geschrieben und was dort passiert. Dann wird es jetzt Zeit, sich um Abhilfe zu bemühen.

Immer wieder liest man über richtiges Lüften durch eine sogenannte Stoßlüftung. Was passiert da eigentlich und wieso sind andere Lüftungsformen nicht so effektiv? Lassen Sie uns erst einmal über drei Begriffe sprechen:

absolute Luftfeuchtigkeit (Luftfeuchte) in Gramm pro Kubikmeter
relative Luftfeuchtigkeit (Luftfeuchte) in Prozent
Taupunkttemperatur in Grad Celsius

Die absolute Luftfeuchte wird selten verwendet, ist aber leicht zu beschreiben. Hier wird angegeben wieviel Masse Wasser sich in einem Kubikmeter Luft befindet. Also beispielsweise 10g/m³

Die relative Luftfeuchte ist schon etwas schwieriger zu beschreiben. Aber lassen Sie es mich einmal so versuchen: Luft kann bei bestimmten Temperaturen Wasser als Dampf aufnehmen. Je höher die Temperatur desto mehr Wasser kann die Luft "halten".  Wenn sich die Höchstmenge an Wasserdampf in der Luft befindet spricht man von Sättigung. An diesem Punkt spricht man von 100% relativer Luftfeuchte. Beispiel:

Bei 20° C beträgt die Wassermenge bei Sättigung, also 100% rel. LF ca. 13 Gramm pro m³. Bei 25° C beträgt die Wassermenge bei 100% rel. LF schon ca. 16,8 Gramm pro m³.

Der Taupunkt ist nun die Temperatur bei der bei einer vorgegebenen relativen Luftfeuchte der in der Raumluft gespeicherte Wasserdampf wieder kondensiert, das heißt, sich als flüssiges Wasser niederschlägt. Dieser Taupunkt kann berechnet oder in Tabellen abgelesen werden. Auch gibt es Messgeräte die Temperatur und rel. LF gleichzeitig erfassen und dann die Taupunkttemperatur ausgeben. Je höher die rel. LF in einem Raum ist, desto höher wird auch die Taupunkttemperatur.

Beispiel 1: Stellen wir uns einen Raum vor, der 23° C warm ist, die rel. LF beträgt 65 %. Dann ist die Taupunkttemperatur bei 16,07°C. An jedem Punkt in diesem Raum der nun kälter ist als diese 16,07° C wird sich also der Wasserdampf als flüssiges Wasser niederschlagen. Möglich ist dies bei Fensterinnenseiten oder bei Wärmebrücken des Außenmauerwerks.

Beispiel 2: Sie haben gelüftet und heizen wieder. Wiederum beträgt die Zimmertemperatur 23° C, allerdings beträgt die rel. LF nur noch 30 %. Die Taupunkttemperatur liegt nun nur noch bei 4,25° C. Selbst in kalten Winterzeiten werden Sie in Ihrem Wohnraum kaum eine Stelle finden die so kalt ist.

Wie beeinflusst nun das Lüftungsverhalten die Luftfeuchte? Dazu muss man wissen, das sich die Luftfeuchte in Wohnräumen ohne dazutun erhöht. Wasser wird in Form von Schweiß vom Menschen abgegeben, Pflanzen verdunsten Wasser, und nicht zuletzt durch Kochen oder Duschen wird jede Menge Wasser in der Raumluft verteilt. Angenommen wir haben wieder die Verhältnisse wie in unserem Beispiel 1. Nehmen wir an, der Raum ist mein Wohnzimmer mit etwa 50 m³ Luftvolumen. Also enthält das Wohnzimmer 50 x 16,07 Gramm Wasser, also rund 800 Gramm. Ich öffne nun mein Fenster und lüfte einmal ordentlich durch. Dadurch gelingt es mir, die Hälfte der Luft, also ca. 400 Gramm Wasser nach außen abzugeben, frische, kalte Außenluft strömt herein. Nach kurzer Zeit hat sich mein Zimmer wieder auf 23° C erwärmt. Wie steht es jetzt um die Luftfeuchte?

Während ich diese Zeilen schreibe hat es draußen -3 ° C, die rel. Luftfeuchte beträgt 90%. Nach meinen Berechnungen befinden sich jetzt ca. 2,25 Gramm Wasser in einem Kubikmeter Außenluft. Mit den 25 Kubikmetern Frischluft strömen nun also  ca. 60 Gramm Wasser in mein Wohnzimmer. Effektiv nimmt also die Wassermenge in meinem Wohnzimmer also um 340 Gramm ab. Nach dem Lüften habe ich statt der ursprünglich 800 Gramm nur noch 460 Gramm Wasser in meiner Raumluft, also ca. 9,2 Gramm pro Kubikmeter. Daraus errechnet sich bei 23° C eine relative Luftfeuchte von ca. 52%. In meinem ersten Beispiel habe ich ja eine Taupunkttemperatur von 16,07° C ermittelt. Demgegenüber beträgt die Taupunkttemperatur bei 23° C und den genannten 52% rel. LF nur noch 12,62° C.

Fazit:
Durch gezielte Lüften ist es möglich, die Taupunkttemperatur innerhalb eines Raumes deutlich zu senken. Dadurch wird oft verhindert, das sich Schimmelpilze an Wänden oder Decken festsetzen können. Sonderfall bleiben extreme Wärmebrücken um die ich mich in meinen nächsten Blogbeiträgen kümmern werde

Dienstag, 28. Dezember 2010

... und immer noch Schimmel

So also sieht er aus, der Schimmel, hier fotografiert in einer Fliesenfuge in meiner Duschkabine. Hat ein bisschen gebraucht, bis er so schön gewachsen war. Mittlerweile habe ich ihn natürlich beseitigt.

Wie ich weiter unten schon beschrieben habe benötigt der Schimmelpilz nicht viel mehr als etwas Nährstoffe und Wasser. Woher das Wasser kommt ist ja klar, aber wie siet es denn mit Nährstoffen in so einer Fliesenfuge aus? Wahrscheinlich hat die beste Ehefrau von allen mal mit Essig gereinigt der sich in Verbindung mit alkalischen Stoffen (Kalk!) neutralisiert und zugleich noch ein paar Nahrungsmittel für den Schimmel mitbringt. Jetzt fragen Sie sich natürlich, womit man denn richtigerweise reinigen soll, denn eins ist klar: Vermeiden können wir die Feuchtigkeit in einer Duschkabine nicht.

Dazu sollte man wissen, das mit Schimmelsporen nicht zu spaßen ist. Sie können Krankheiten und Allergien auslösen. Deswegen sollten Sie folgendes beachten:

Bearbeiten Sie selbst keine befallene Flächen die größer als ein halber Quadratmeter sind. Hier sind Fachleute erforderlich die über entsprechende Ausbildung und Schutzausrüstung verfügen. Kleinere Flächen können mit 70 - 80%igen Ethylakohol (Spiritus) desinfiziert werden (während der Behandlung gründlich lüften, maximal 100 ml pro Arbeitsgang). Anschließend die befallenen Flächen gründlich nass reinigen. Berühren Sie die Schimmelpilze nicht (Handschuhe) und tragen Sie möglichst einen Mundschutz. Nach Beendigung der Sanierungsarbeiten duschen und Kleider waschen. Natürlich können Sie auch gestrichene Wandflächen desinfizieren und reinigen. Hinterher können Sie mit einer Schimmelschutzfarbe streichen.

Größere Flächen oder auch schwer zu reinigende Flächen (Teppich, Möbel, Tapeten) überlassen Sie dem Fachmann. Gewerbliche Firmen die sich mit Schimmelschutz auskennen finden Sie in den einschlägigen Verzeichnissen.

Sehr ausführlich ist das Ganze in zwei Broschüren des Bundesumweltministeriums. Einmal der etwas umfangreichere Schimmelleitfaden sowie die Broschüre Hilfe! Schimmel im Haus

Tja, so ist das mit den Politikern - mit Geld können Sie nicht umgehen, aber vom Schimmel, da verstehen sie was.

Samstag, 4. Dezember 2010

Schimmel in Wohnräumen - die schwarze Gefahr?

Immer wieder bekomme ich Anfragen zum Thema Schimmel. Wo kommt Schimmel her? Was kann man gegen Schimmel tun? Ist Schimmel gesundheitsgefährdend? Im heutigen Blog möchte ich auf solche Fragen eingehen und uns erst einmal einen Überblick über das Thema verschaffen.

Schimmelsporen sind in unserer Umgebungsluft allgegenwärtig. Die Sporen haben eine erstaunlich lange Lebensdauer und sind bei Abwesenheit von Wasser inaktiv. Können sich jedoch Schimmelsporen z.B. an feuchten Bauteilen niederlassen beginnt die Vermehrung. Da stellt sich natürlich die Frage, wo denn die Feuchtigkeit herkommen kann. Die Antwort fällt leicht, nämlich meistens aus der Raumluft. Allerdings kommen auch andere Quellen in Betracht, wie z.B. durchfeuchtete  Außenwände oder Wasserflecken durch Rohrbruch oder andere baulichen Unzulänglichkeiten.

Wie kommt das Wasser aus der Raumluft, die sogenannte Luftfeuchtigkeit oder Luftfeuchte aber ans Bauteil? Dazu muss man wissen, das unsere Luft umso mehr Wasser speichern kann, je wärmer sie ist. Wenn Luft abkühlt muss sie Wasser abgeben. Dieses Wasser kondensiert in der Luft (Nebel) oder an kälteren Flächen. Denken Sie an Ihr Auto das im Freien steht. Wenn nachts die Luft abkühlt verliert sie Wasser. Dieses Wasser schlägt sich auf ihrer Windschutzscheibe nieder und diese ist am Morgen mit vielen kleinen Tautropfen überzogen. Ähnlich ist es mit dem feuchten Gras in Ihrem Garten. Aber auch im Hausinneren können wir dieses Phänomen beobachten. Nehmen Sie im Sommer eine schöne kühle Flasche Bier aus dem Kühlschrank (oder jedes andere Getränk) und stellen dieses auf den Küchentisch. Schon bald bilden sich Tautropfen auf der kalten Oberfläche.

Was ist da passiert?

Ganz einfach, die warme Umgebungsluft kühlt sich an der kalten Flasche ab und muss Wasser abgeben. Dieser Wasserüberschusss aus der Raumluft schlägt sich als Kondensat auf der Flasche nieder. Genau das Gleiche passiert auch an sogenannten Wärmebrücken.

Und was ist eine Wärmebrücke?

Eine Wärmebrücke ist eine bauliche Unzulänglichkeit über die Wärmeenergie durch ein Bauteil hindurch abfließen kann. Es wird also ein Wärmestrom vom höheren Potential (Wärme) zum niedrigeren Potential (Kälte) erzeugt. Wegen des Wämestromes spricht man auch von Wärmebrücken und nicht von Kältebrücken.
Beispielsweise wurden früher Betondecken und Balkone in einem Stück betoniert. Da das Mauerwerk schon eine halbwegs vernünftige Wärmedämmung besitzt wirkt nun diese Betondecke als Wärmebrücke. Das nennt man dann eine stoffbedingte Wärmebrücke. Daneben gibt es noch geometrische Wärmebrücken. So besitzt ein Wand an ihrer Ecke eine größere Fläche außen als innen. Besonders zu erwähnen sind noch die sogenannten konvektiven Wärmebrücken die durch falsches Lüftungsverhalten der Wohnungsbenützer entstehen.

Im nächsten Blog gehe ich etwas in die Tiefe und werde auch erklärende Fotos und Zeichnungen einfügen.