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Samstag, 23. März 2013

WDVS Saisonbeginn - was ist zu beachten

Der Frühling wird kommen, da bin ich überzeugt. Damit beginnt auch wieder die Fassadensaison. Was ist im Frühjahr besonders zu beachten? Vor allem sollte man die Temperaturen im Auge haben. Gerade am frühen Morgen ist es oft noch sehr kalt. Für alle Arbeiten an der Fassade muss es mindestens 5° Celsius haben, und zwar sowohl Luft- und Untergrundtemperatur.

Es kann sehr nützlich sein, ein vorhandenes Gerüst mit Planen abzuhängen. Dies verhindert, das über Nacht der Untergrund mehr als nötig Abkühlt und sich Tauwasser bilden kann. Der Untergrund muss für alle Verarbeitungsschritte nicht nur warm genug sondern auch trocken sein.

Für den Bauherrn gilt: Kaffe kochen. Oder vielleicht ein anderes warmes Getränk anbieten. Tagsüber darf es dann gerne auch Wasser, Limo oder Ähnliches sein. Hier in Bayern wird manchmal auch noch ein Bier getrunken, aber das muss jeder Bauherr selbst entscheiden.

Donnerstag, 7. Juni 2012

#3 Algenbewuchs auf Fassaden

Hat man es mit einem Algenbefall zu tun müssen die Flächen zunächst einmal desinfiziert werden. Dies geschieht mit einem ersten Arbeitsgang durch eine gründliche Reinigung der Fassade mit einem Hochdruckreiniger. Die Fassade sollte danach gründlich trocknen, ein bis zwei Tage sollte man mindestens warten. Tut man dies nicht verfehlt die nachfolgende Prozedur ihre Wirkung da immer noch Wasser in den kapillaren Öffnungen des Putzes steht.

Danach erfolgt die Desinfektion mit einem  sog. Algizid. Nach der vorgeschriebenen Einwirkdauer wird die Fassade mit einem Tiefgrund grundiert und kann anschließend mit der vorgesehenen Fassadenfarbe zweimalig beschichtet werden. Bitte verwenden Sie nur ein System eines Herstellers und mischen Sie nicht. Für die Dauerhaltbarkeit ist es dringend erforderlich sich an die Verarbeitungsempfehlungen der Hersteller zu halten. Verdünnen Sie Fassadenfarbe nie mehr als erlaubt. In der Regel wird der Schlussanstrich unverdünnt aufgetragen. Tun Sie sich den Gefallen und machen das auch so. Das richtige Vorgehen beeinflusst die Haltbarkeit des Anstriches wie kein anderer Faktor!

Im nächsten Artikel unterhalten wir uns über die richtigen Farbsysteme.

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Samstag, 2. Juni 2012

#2 Algenbewuchs auf Fassaden

Hier gibts die Übeltäter mal zu sehen. Die Gebäude stehen in exponierter Lage und werden ordentlich bewittert. Dachüberstände hat man nicht für notwendig gehalten, entsprächen aber auch nicht dem gängigen Baustil der Gegend. durch die Bewitterung (die Bilder zeigen die Nord- und Westseite) ist die Fassade dauernd durchfeuchtet.

Mit Algen befallene Fassaden


In der Nahaufnahme erkennt man ein paar, wenn auch erklärungsbedürftige, Details:

Die dunkleren Fahnen sind stärkerer bewuchs. an den Rändern der Ortgangziegel tropft immer wieder Wasser über die Putzoberfläche. Abeglagerte Blütenpollen und Staub werden so auf die Fassade aufgebracht. Die hellen Schattierungen resultieren aus einer höheren Schichtddicke des Ausgleichsanstriches. Vermutlich hat ein Maler zunächst in der oberen Gerüstlage gestrichen bzw. gerollt und stieg dann einen Etage im Gerüst hinunter. Da er seine Farbe gleichmäßig verteilen will rollt er auch wieder nach oben in die inzwischen leicht angetrocknete Farbe. Dadurch entstehen Überlappungen.

Zu sehen sind Algen in einer Nahaufnahme
Die Algen in einer Nahaufnahme
Jetzt fragen Sie natürlich mit Recht: Was kann man dagegen tun?

Die Antwort auf diese Frage demnächst hier im Blog.

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Donnerstag, 31. Mai 2012

#1 Algenwachstum auf Fassaden

Ein leidiges Thema ist heutzutage der Algen- und Pilzbewuchs auf Fassaden. Oft schon nach wenigen Jahren bemerkt der Hausherr Flecken auf der Fassade. Vorzugsweise auf Nord- und Westseiten besiedeln Kleinstlebewesen die Putzoberfläche. Eigentlich ist das gut so. Der Bewuchs zeigt nämlich an, das die Natur intakt ist und der Bewuchsprozess nicht durch eine Luftverschmutzung gestört wird. In Mitteleuropa werden Sie nur wenige frei bewitterte Flächen finden die keinen Bewuchs aufzeigen. Mauern, Zäune, Dächer und Schilder, nichts wird verschont.

Algen sind eine der ältesten Pflanzen auf unserem Planeten und benötigen nur wenig zum Leben. Es reichen schon etwas Feuchtigkeit und ein paar Nährstoffe, dazu etwas Sonnenlicht, davon aber am Besten nicht zu viel. Besonders fies wird die ganze Geschichte wenn sich auch noch Pilze ansiedeln. Die bilden eine symbiotische Lebensgemeinschaft und umsorgen sich gegenseitig wie ein altes Ehepaar. Wobei der Pilz im Gegensatz zur Alge nicht nur an der Putzoberfläche verbleibt sondern auch in tiefere Putzschichten dringen kann.

Was man gegen den Algenbewuchs tun kann und wie man vorhandenen Bewuchs wieder los wird, das erfahren Sie demnächst in diesem Blog

Sonntag, 11. Dezember 2011

Dicke Luft vs. richtig lüften

Bei meinem ersten Artikel habe ich angekündigt, etwas zum Thema Lüften zu schreiben. Ich werde es allerdings "Dicke Luft" nennen.
Wenn ich mich an meine Lehrzeit zurück erinnere (1997-2000), war das Thema "Schimmelpilze in Gebäuden" ein unerfreuliches Nebenprodukt der aufkommenden Wärmedämmeuphorie.
Doch dann gab es die ersten Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, Tagespresse und im Fernsehen. Es wurde und wird immer noch heiß diskutiert. Wobei heute weniger über die Ursache, als über die Vermeidung von Schimmelpilzbefall diskutiert wird. Die Nachfrage oder das Interesse am gesunden Wohnen ist immens gestiegen. Erstaunlich ist es nicht, dass das Interesse an diesem Thema so groß ist; verbringen wir doch die meiste Zeit in Innenräumen- und die meiste Zeit davon zu Hause.
Ein altbekanntes und heftigst diskutiertes Thema ist der Schimmelpilzbefall, zu dem wir später kommen.
Gesundes Wohnen steht für mich in enger Verbindung mit den Begriffen "Behaglichkeit und Wohlbefinden". Sie werden nicht nur durch die jeweilige Einrichtung, sondern durch das Raumklima beeinflusst. Lufttemperatur, Temperatur von Strahlungsflächen (z.B. kalte Wände und warme Kachelöfen), Luftfeuchtigkeit und Luftgeschwindigkeit sind ebenfalls wichtige Faktoren.
Wie Sie schon merken, möchte ich über nutzungsbedingte Ursachen schreiben, damit Sie in Zukunft weiterhin Schimmelpilzbrutstätten vermeiden.
Für ein behagliches Wohnklima ist das Wichtigste zu Lüften und zu Heizen. Die Vorteile liegen dabei glasklar auf der Hand: Hohe Luftqualität (saubere Luft), Vermeidung von Schimmelpilzbefall, gesundes Wohnklima und natürlich sparen von Heizkosten. Hierzu möchte ich einen Auszug aus dem Artikel "Gesundes Wohnen- durch richtiges Lüften und Heizen" der DENA nennen: Schimmelpilzbefall ist ein ernst zu nehmendes Problem. Die Hauptursache ist eine zu hohe Feuchte. Als Nahrung reicht eine Papiertapete oder der Staub auf der Wand. Schimmelpilz sieht nicht nur unappetitlich aus und riecht muffig. Er kann das Bauwerk schädigen und sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Eine hohe Feuchte verbessert zudem die Lebensbedingungen von Milben, die z.B. in Polstermöbeln oder Matratzen vorkommen. Für Allergiker sind auch diese "Hausstaubmilben" gefährlich.
Schimmelpilze benötigen verschiedene Untergrund- und Umgebungsbedingungen. Diese sind Temperatur, Feuchte, ph-Wert und Nährstoffe.
Schimmelpilze können sich bei Temperaturen von 0° bis 50°C vermehren. Optimal sind Temperaturen von 20° bis 35°C. Wobei Schimmelpilzsporen bei Minusgraden oder Temperaturen über 50°C nicht absterben, sie verfallen nur in eine sogenannte "Todesstarre". Sind wieder begünstigte Temperaturen vorhanden, geht der Wachstum weiter.
Schimmelpilzsporen brauchen auch eine relative Luftfeuchte von 70% und mehr. Es ist aber auch zu erwähnen, dass es auch "Trockenschimmelsporen" gibt und diese nur eine Luftfeuchte von 60% benötigen. Desweiteren können sich Schimmelpilze bei einem ph-Wert von 1 bis 11 verbreiten. Also auf fast allen Untergründen. Als Nährstoff  bieten sich organische Kohlenstoffverbindungen an, diese werden von den Sporen zersetzt. Dies ist auch ein wichtiger Vorgang im Kohlenstoffkreislauf unserer Natur.
Kommen wir wieder zurück zum Thema "Lüften". Die Möglichkeit, durch Lüftung Feuchtigkeit aus dem Raum zu entfernen, beruht darauf, dass Luft abhängig von Temperatur unterschiedliche Mengen Wasserdampf aufnehmen kann, d.h. je kälter die Luft ist, desto mehr Wasser kann sie beim Erwärmen aufnehmen. Daher kann im Winter durch Lüften mit kalter Außenluft mehr und schneller Feuchtigkeit aus einem Raum entfernt werden als im Sommer. Es ergeben sich im Winter Luftwechselraten von ca. 5-8 Minuten und im Sommer von ca. 20 Minuten und mehr. Bei kalter Außenluft kann im Innenraum- selbst bei Regenwetter- durch Lüftung eine Austrocknung erzielt werden. Eine Querstromlüftung (mehrere gegenüberliegende Fenster ganz geöffnet) bietet dabei den schnellsten und effektivsten Luftwechsel. Während Fenster bei Kippstellung höchstens 1/10 an Luftwechsel wie die Querstromlüftung erreicht.
Wenn ich nun auch noch vor dem Lüften die Heizkörper ausschalte, Türen zu wenig beheizten Räumen schließe und die Innenräume ausreichend beheize, kann ich sogar meine Heizkosten damit senken. Wer vorhin aufgepasst hat weiß: "Frische, kalte Luft erwärmt sich schneller als verbrauchte Luft".
Zum Schluß möchte ich Ihnen noch allgemein empfohlene Temperaturen in Wohnräumen mit auf den Weg geben: Wohnzimmer 20°-23°C, Schlafzimmer 17°- 20°C, Küche 18°-20°C, Bad 20°-23°C, WC 16°-19°C und Flur 15°-18°C. Wobei ein Klima, das für alle Personen im Raum optimal ist, nicht gibt. da die persönliche Behaglichkeit unter anderem von Bekleidung, der körperlichen Verfassung und der individuellen Empfindlichkeit beeinflusst wird.

Ich könnte noch soviel mehr zu diesem Thema schreiben, ich habe das für mich notwendigste erwähnt und mit sei bitte verziehen, wenn ich einige Dinge nicht angesprochen habe, die Schimmelpilzwachstum begünstigen (z.B. bauliche Mängel).

Mit einem sauberen, luftigen Gruß
Albert Klein

Dienstag, 11. Oktober 2011

Bau richtig trocknen

Heute war ich bei einem Neubau, ein größerer Büroneubau. Die ausführende Firma dort berichtete von tropfnassen Betonwänden die sie nun beschichten solle. Klar, das funktioniert nicht und so musste die Kavallerie ausrücken und nach dem Rechten sehen. Große Überraschung als ich dort ankomme, alle Wände sind trocken. Was war passiert?

Zunächst einmal habe ich mir die Temperaturen der letzten Tage angesehen. Die waren eher im Keller, der ganze Bau (teilweise noch offen) kühlte also erst mal ordentlich aus. Dann kam ein Temperatursprung um 10° C. Als ich meine Messungen vornahm stellte sich die Situation dann wie folgt dar:
Raumtemperatur 20,5°C
Wandtemperatur 12,5°C bis 13,5°C
Ermittelte Taupunkttemperatur 14 °C

Aufgrund des Temperaturanstieges außen wurde warme Luft ins Gebäudeinnere transportiert. Da sich die Betonwände nicht so schnell aufheizen wie die Raumluft schlug sich an den kalten Wänden die Feuchtigkeit  nieder. Als ich heute mittag dort ankam war der Spuk wieder vorbei, die Wände hatten sich leicht erwärmt, gerade genug um nicht weiter feucht zu werden.

Aufgrund der vielen unverschlossenen Öffnungen des Gebäudes ist weder eine effektive Heizung möglich, noch würde es etwas bringen hier Bautrockner aufzustellen. Mein Rat war also, während der nächsten Tage (mit angekündigten hohen Temperaturen tagsüber von 15°C bis 20°C) gut zu lüften und am Abend möglichst viele Öffnungen zu schließen. Dadurch kann auch die Bauteiltemperatur in den nächsten Tagen erhöht werden. Und möglicherweise werden die letzten Löcher ja bald gestopft und es kann geheizt werden.

So, nach getaner Arbeit gönnte ich mir in meiner Mittagspause noch einen leckeren Cappucino im Freien, vielleicht das letzte Mal in diesem Jahr.

Fazit auch für private Bauherren: Gerade in der Übergangszeit wie jetzt oder auch im Frühjahr (kalter Rohbau nach dem Winter) möglichst bald kontrollierbare Bedingungen herstellen. Fenster und Türen einbauen.

Dienstag, 1. Februar 2011

Schimmel ganz konkret und aktuell

Gestern war ich bei einem Bekannten der in einem Zimmer an der Ostseite seiner Mietwohnung auch schon länger mit Schimmelbildung herum laboriert. Ich bin also hin und habe mir besagtes Zimmer angesehen und mal das Messgerät reingehalten. Interessant waren weniger die Messwerte an sich, die hatte ich erwartet. Bei einer Außentemperatur von -5° C hatten die klassischen Bereiche (Gebäudeecke über dem Fußboden und unter der Decke nur 10° - 12° C Oberflächentemperatur).

Im Zimmer war es mit 18° C gar nicht so kalt und die Taupunkttemperatur wurde mir bei einer rel. Luftfeuchte von um die 60% auch mit knapp 10° C angegeben. Da geht der Feuchtigkeitsniederschlag los, keine Frage. Was passiert aber, wenn, wie in der letzten Zeit die Außentemperaturen höher sind? Dann müsste auch die Ecke wärmer sein und es sollte keine Probleme geben. Die Antwort ist aber relativ einfach.

Wenn man die Raumtemperatur und die Luftfeuchte in der Nähe der Ecke misst stellt man fest, das dort die Temperaturen viel niedriger und die rel. Luftfeuchte deutlich höher ist. Demzufolge sinkt dort auch der Taupunkt ab. Als ich die Messung durchführte lag dieser bei knapp über 6° C. Als mich dann die Dame des Hauses noch fragte, ob es eine Rolle spielen würde das sie in diesem Zimmer bügeln würde war mir klar was passiert.

Hier wurde zumindest temporär die Luftfeuchte auch noch deutlich erhöht. Neben dem Wasser das ein Dampfbügeleisen emittiert verdunstet auch noch einiges an Wasser aus der unter dem Bügeleisen trocknenden Wäsche. Ich schätze mal, das hier durchaus ein halber Liter Wasser in die Raumluft verdampft. Da es sich hier um ein kleineres Zimmer handelt (Grundfläche vielleicht 12 m²) steigt dadurch die Luftfeuchte immer wieder signifikant an.

Die Lösung liegt also auf der Hand. Um weitere Schimmelbildung zu vermeiden ist es nötig, weiterhin zu heizen und neben der normalen Stoßlüftung auch nach dem Bügeln zusätzlich zu lüften. Zum großen Teil ist natürlich auch die schlecht dämmende Außenwand schuld an der Situation (der Vermieter wohnt in der Wohnung unterhalb und hat die gleichen Probleme). Ein WDVS würde hier eine deutliche Verbesserung der Situation herbeiführen.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Und nochmal - Schimmel

Heute wollen wir mal den Ursachen des Schimmels auf den Grund gehen. Über Feuchtigkeit im Bad habe ich ja schon geschrieben. In einem älteren Blog habe ich auch schon über Wärmebrücken geschrieben und was dort passiert. Dann wird es jetzt Zeit, sich um Abhilfe zu bemühen.

Immer wieder liest man über richtiges Lüften durch eine sogenannte Stoßlüftung. Was passiert da eigentlich und wieso sind andere Lüftungsformen nicht so effektiv? Lassen Sie uns erst einmal über drei Begriffe sprechen:

absolute Luftfeuchtigkeit (Luftfeuchte) in Gramm pro Kubikmeter
relative Luftfeuchtigkeit (Luftfeuchte) in Prozent
Taupunkttemperatur in Grad Celsius

Die absolute Luftfeuchte wird selten verwendet, ist aber leicht zu beschreiben. Hier wird angegeben wieviel Masse Wasser sich in einem Kubikmeter Luft befindet. Also beispielsweise 10g/m³

Die relative Luftfeuchte ist schon etwas schwieriger zu beschreiben. Aber lassen Sie es mich einmal so versuchen: Luft kann bei bestimmten Temperaturen Wasser als Dampf aufnehmen. Je höher die Temperatur desto mehr Wasser kann die Luft "halten".  Wenn sich die Höchstmenge an Wasserdampf in der Luft befindet spricht man von Sättigung. An diesem Punkt spricht man von 100% relativer Luftfeuchte. Beispiel:

Bei 20° C beträgt die Wassermenge bei Sättigung, also 100% rel. LF ca. 13 Gramm pro m³. Bei 25° C beträgt die Wassermenge bei 100% rel. LF schon ca. 16,8 Gramm pro m³.

Der Taupunkt ist nun die Temperatur bei der bei einer vorgegebenen relativen Luftfeuchte der in der Raumluft gespeicherte Wasserdampf wieder kondensiert, das heißt, sich als flüssiges Wasser niederschlägt. Dieser Taupunkt kann berechnet oder in Tabellen abgelesen werden. Auch gibt es Messgeräte die Temperatur und rel. LF gleichzeitig erfassen und dann die Taupunkttemperatur ausgeben. Je höher die rel. LF in einem Raum ist, desto höher wird auch die Taupunkttemperatur.

Beispiel 1: Stellen wir uns einen Raum vor, der 23° C warm ist, die rel. LF beträgt 65 %. Dann ist die Taupunkttemperatur bei 16,07°C. An jedem Punkt in diesem Raum der nun kälter ist als diese 16,07° C wird sich also der Wasserdampf als flüssiges Wasser niederschlagen. Möglich ist dies bei Fensterinnenseiten oder bei Wärmebrücken des Außenmauerwerks.

Beispiel 2: Sie haben gelüftet und heizen wieder. Wiederum beträgt die Zimmertemperatur 23° C, allerdings beträgt die rel. LF nur noch 30 %. Die Taupunkttemperatur liegt nun nur noch bei 4,25° C. Selbst in kalten Winterzeiten werden Sie in Ihrem Wohnraum kaum eine Stelle finden die so kalt ist.

Wie beeinflusst nun das Lüftungsverhalten die Luftfeuchte? Dazu muss man wissen, das sich die Luftfeuchte in Wohnräumen ohne dazutun erhöht. Wasser wird in Form von Schweiß vom Menschen abgegeben, Pflanzen verdunsten Wasser, und nicht zuletzt durch Kochen oder Duschen wird jede Menge Wasser in der Raumluft verteilt. Angenommen wir haben wieder die Verhältnisse wie in unserem Beispiel 1. Nehmen wir an, der Raum ist mein Wohnzimmer mit etwa 50 m³ Luftvolumen. Also enthält das Wohnzimmer 50 x 16,07 Gramm Wasser, also rund 800 Gramm. Ich öffne nun mein Fenster und lüfte einmal ordentlich durch. Dadurch gelingt es mir, die Hälfte der Luft, also ca. 400 Gramm Wasser nach außen abzugeben, frische, kalte Außenluft strömt herein. Nach kurzer Zeit hat sich mein Zimmer wieder auf 23° C erwärmt. Wie steht es jetzt um die Luftfeuchte?

Während ich diese Zeilen schreibe hat es draußen -3 ° C, die rel. Luftfeuchte beträgt 90%. Nach meinen Berechnungen befinden sich jetzt ca. 2,25 Gramm Wasser in einem Kubikmeter Außenluft. Mit den 25 Kubikmetern Frischluft strömen nun also  ca. 60 Gramm Wasser in mein Wohnzimmer. Effektiv nimmt also die Wassermenge in meinem Wohnzimmer also um 340 Gramm ab. Nach dem Lüften habe ich statt der ursprünglich 800 Gramm nur noch 460 Gramm Wasser in meiner Raumluft, also ca. 9,2 Gramm pro Kubikmeter. Daraus errechnet sich bei 23° C eine relative Luftfeuchte von ca. 52%. In meinem ersten Beispiel habe ich ja eine Taupunkttemperatur von 16,07° C ermittelt. Demgegenüber beträgt die Taupunkttemperatur bei 23° C und den genannten 52% rel. LF nur noch 12,62° C.

Fazit:
Durch gezielte Lüften ist es möglich, die Taupunkttemperatur innerhalb eines Raumes deutlich zu senken. Dadurch wird oft verhindert, das sich Schimmelpilze an Wänden oder Decken festsetzen können. Sonderfall bleiben extreme Wärmebrücken um die ich mich in meinen nächsten Blogbeiträgen kümmern werde

Montag, 8. November 2010

... und schon geht es los

Wenn Sie mehr oder weniger zufällig auf diesen Blog gestoßen sind fragen Sie sich vielleicht, was das Ganze soll. Ganz einfach, ich bin Malermeister von Beruf und als technischer Berater eines großen Putz-, Farben-, und WDVS Herstellers unterwegs.

Ich möchte in diesem Blog meine Erfahrungen weiter geben. Es soll eine Mischung entstehen aus aktuellen Vorgängen aus meiner Praxis und interessanten Fällen die ich bisher erleben durfte. Ich hoffe auf ihre rege Mitarbeit. Stellen Sie Fragen (sie wissen ja, es gibt keine dummen) und kommentieren Sie das bisher Geschriebene. Ich freue mich schon darauf.