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Mittwoch, 25. Oktober 2017

Die Diskussion um Polystyrol - nur brandgefährlich - nur billig?

Immer wieder flammt in diversen Foren oder auch in den Social Media wie Facebook oder Twitter die Diskussion um den Dämmstoff Polystyrol-Hartschaum, genannt Styropor auf.

Genau gesagt müsste man eigentlich von "Expandiertem Polystyrol Hartschaum" sprechen, aber das lässt sich wunderbar mit  EPS abkürzen und diesen Begriff werde ich in diesem Artikel auch ausschließlich verwenden.

Lange Zeit habe ich versucht in diesen Diskussionen sachlich zu argumentieren, aber langsam bin ich es Leid. Erstens muss man sich immer wieder gegen persönliche Angriffe wehren und zweitens wird teilweise überhaupt keine sachliche Diskussion mehr geführt.

Ich habe länger darüber nachgedacht warum das so ist und bin zu folgendem Schluss gekommen:

1. Die meisten Leute haben keine Ahnung wovon sie sprechen. Wer mit Fachbegriffen wie bspw. "Kältebrücke" um sich wirft hat sich noch nicht einmal mit den grundlegenden Begriffen befasst.

2. Viele Diskussionsteilnehmer haben sich bei den falschen Leuten informiert. Wer sich schon nicht mit den Grundlagen auskennt wird natürlich leicht Opfer von Halbwissen und Falschinformationen. Es gibt genug Demagogen und Quacksalber die ihrem schlecht informierten Publikum jeden möglichen Mist erzählen.

3. Es findet ein Glaubenskrieg statt: Aufgeheizt durch die demagogische Rhetorik kämpfen viele für die "richtige Sache" und sind die Argumente noch so armselig. Atmende Wände, atmende Häuser gar! Gutes Raumklima das durch die Atmung entsteht. Dagegen "absaufende Dämmungen" und alternativ das absolute Killerargument des "Brandbeschleunigers Polystyrol". Alles ideologisch aufgeheizt und mit falschen Zahlen unterfüttert.

In diesem Blog finden sich einige Beiträge zum Thema WDVS und ich werde in Zukunft bei Diskussionen im Netz nur noch auf meine Argumentation verweisen. Wer den Dialog mit mir sucht kann den jeweiligen Blogeintrag kommentieren und ich werde sicher antworten.

Weitere Infos auch unter:

www.malersv.de

www.schlauambau.de

Montag, 22. April 2013

Die Fassade der Zukunft besteht aus Algen #2

Zu meinem letzten Blogbeitrag jetzt auch noch ein Foto eines der Algenbecken, von mir geschossen am 14. April diesen Jahres. Wenn ich es richtig verstanden habe dann wachsen die Algen bei zunehmenden Sonnenschein, trüben das Wasser und beschatten so die Fassade. 

Dabei produzieren die Algen aber auch Methangas das für die Hausversorgung genützt wird. Im Winter werden die Algen weniger (wird das Wasser erneuert?) und die Fassadenfläche bekommt wieder mehr Sonne ab. Bleibt für mich die Frage ob sich der Aufwand auch rechnet.

Hier also eines der Freiluftaquarien:


Die Fassade der Zukunft besteht aus Algen

So titelt Feelgreen.de. Auf dem IBA Gelände in Hamburg-Wilhelmsburg gibt es die Fassade zu bestaunen. Ich war mit Architekten vor Ort und habe mir die Fassade angesehen.

Neben vielen anderen renommierten Architekten hat auch Jan Wurm seine Visitenkarte auf dem IBA Gelände in Hambrug Wilhelmsburg abgegeben. Und er machte es in der Form eines Gebäudes dessen Fassade aus Algen besteht. Bevor es jetzt den WDVS Kritikern um Konrad Fischer die Zornesröte ins Gesicht treibt sei ihnen gesagt, die Algen sitzen in transparenten Wasserkästen und emittieren fröhlich Methangas das auch noch zur Heizung des Gebäudes herangezogen wird.

Ein ganz neuer Ansatz um ein Gebäude energieautark zu verwirklichen. Das dabei immer noch eine Dämmung der Gebäudehülle benötigt wird sollte selbstverständlich sein.

http://www.feelgreen.de/die-fassade-der-zukunft-besteht-aus-algen/id_63033824/index

Freitag, 22. März 2013

Algen ein Problem der WDVS-Fassade?

Es wird ja immer mal wieder behauptet die Veralgung einer Fassade sei. Ds ist so natürlich nicht richtig und hier ist der Beweis. Die Fotos zeigen eine veralgte Blechverkleidete Fassade. Gerade in den Fugen zeigt sich der Algenbewuchs. Also liegt es klar auf der Hand, algenfreie Fassaden auf Dauer kann es nicht geben.








Donnerstag, 21. März 2013

Silikat vs Silicon

Silikatfarbe zusätzlich hydrophobieren oder gleich mit Siliconharzfarbe streichen? Ich habe dem Kunden geraten unsere Siliconharzfassadenfarbe zu verwenden mit einer zusätzlichen Ausstattung gegen Algen (Filmkonservierung).

Mittwoch, 28. November 2012

Des Rätsels Lösung - partieller Algenbefall

Dumm gelaufen für den Handwerker und seinen Endkunden. Nach meinen Recherchen bekam der Maler für die Wärmedämmung damals Siliconharzputz in algizider Einstellung, mein Arbeitgeber Brillux nennt das Protect-Ausstattung. Der Maler hatte noch einen oder zwei Eimer im Lager, allerdings ohne die Protect-Austattung. Diese wurden nun an der Fassade mit verwendet und zeigen uns eindrucksvoll die Wirksamkeit der Algizide. In den restlichen Bereichen ist nämlich kein Befall von Algen festzustellen.

Rätselraten um Veralgung

Heute mal ein kleines Rätsel um die Veralgung einer Fassade. Das es sich um algen handelt steht außer Frage, unter der Lupe sind die Algen zweifelsfrei zu erkennen. Aber warum wachsen die Algen nicht überall? Warum treten die Algen nur in bestimmten, rechteckigen Flächen auf? Antworten auf das Rätsel sind gerne gesehen. Und natürlich hat der Fassadendoc auch schon eine Vermutung.


 

Donnerstag, 7. Juni 2012

#3 Algenbewuchs auf Fassaden

Hat man es mit einem Algenbefall zu tun müssen die Flächen zunächst einmal desinfiziert werden. Dies geschieht mit einem ersten Arbeitsgang durch eine gründliche Reinigung der Fassade mit einem Hochdruckreiniger. Die Fassade sollte danach gründlich trocknen, ein bis zwei Tage sollte man mindestens warten. Tut man dies nicht verfehlt die nachfolgende Prozedur ihre Wirkung da immer noch Wasser in den kapillaren Öffnungen des Putzes steht.

Danach erfolgt die Desinfektion mit einem  sog. Algizid. Nach der vorgeschriebenen Einwirkdauer wird die Fassade mit einem Tiefgrund grundiert und kann anschließend mit der vorgesehenen Fassadenfarbe zweimalig beschichtet werden. Bitte verwenden Sie nur ein System eines Herstellers und mischen Sie nicht. Für die Dauerhaltbarkeit ist es dringend erforderlich sich an die Verarbeitungsempfehlungen der Hersteller zu halten. Verdünnen Sie Fassadenfarbe nie mehr als erlaubt. In der Regel wird der Schlussanstrich unverdünnt aufgetragen. Tun Sie sich den Gefallen und machen das auch so. Das richtige Vorgehen beeinflusst die Haltbarkeit des Anstriches wie kein anderer Faktor!

Im nächsten Artikel unterhalten wir uns über die richtigen Farbsysteme.

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Samstag, 2. Juni 2012

#2 Algenbewuchs auf Fassaden

Hier gibts die Übeltäter mal zu sehen. Die Gebäude stehen in exponierter Lage und werden ordentlich bewittert. Dachüberstände hat man nicht für notwendig gehalten, entsprächen aber auch nicht dem gängigen Baustil der Gegend. durch die Bewitterung (die Bilder zeigen die Nord- und Westseite) ist die Fassade dauernd durchfeuchtet.

Mit Algen befallene Fassaden


In der Nahaufnahme erkennt man ein paar, wenn auch erklärungsbedürftige, Details:

Die dunkleren Fahnen sind stärkerer bewuchs. an den Rändern der Ortgangziegel tropft immer wieder Wasser über die Putzoberfläche. Abeglagerte Blütenpollen und Staub werden so auf die Fassade aufgebracht. Die hellen Schattierungen resultieren aus einer höheren Schichtddicke des Ausgleichsanstriches. Vermutlich hat ein Maler zunächst in der oberen Gerüstlage gestrichen bzw. gerollt und stieg dann einen Etage im Gerüst hinunter. Da er seine Farbe gleichmäßig verteilen will rollt er auch wieder nach oben in die inzwischen leicht angetrocknete Farbe. Dadurch entstehen Überlappungen.

Zu sehen sind Algen in einer Nahaufnahme
Die Algen in einer Nahaufnahme
Jetzt fragen Sie natürlich mit Recht: Was kann man dagegen tun?

Die Antwort auf diese Frage demnächst hier im Blog.

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Donnerstag, 31. Mai 2012

#1 Algenwachstum auf Fassaden

Ein leidiges Thema ist heutzutage der Algen- und Pilzbewuchs auf Fassaden. Oft schon nach wenigen Jahren bemerkt der Hausherr Flecken auf der Fassade. Vorzugsweise auf Nord- und Westseiten besiedeln Kleinstlebewesen die Putzoberfläche. Eigentlich ist das gut so. Der Bewuchs zeigt nämlich an, das die Natur intakt ist und der Bewuchsprozess nicht durch eine Luftverschmutzung gestört wird. In Mitteleuropa werden Sie nur wenige frei bewitterte Flächen finden die keinen Bewuchs aufzeigen. Mauern, Zäune, Dächer und Schilder, nichts wird verschont.

Algen sind eine der ältesten Pflanzen auf unserem Planeten und benötigen nur wenig zum Leben. Es reichen schon etwas Feuchtigkeit und ein paar Nährstoffe, dazu etwas Sonnenlicht, davon aber am Besten nicht zu viel. Besonders fies wird die ganze Geschichte wenn sich auch noch Pilze ansiedeln. Die bilden eine symbiotische Lebensgemeinschaft und umsorgen sich gegenseitig wie ein altes Ehepaar. Wobei der Pilz im Gegensatz zur Alge nicht nur an der Putzoberfläche verbleibt sondern auch in tiefere Putzschichten dringen kann.

Was man gegen den Algenbewuchs tun kann und wie man vorhandenen Bewuchs wieder los wird, das erfahren Sie demnächst in diesem Blog

Dienstag, 18. Oktober 2011

Typische Mängel an einem WDVS #2

Eine der größten Fehlerquellen überhaupt ist der fehlerhafte Einbau von Fensterblechen und den dazugehörigen  Bordprofilen. Fensterbleche müssen mit einem Gefälle von ca. 5° eingebaut werden. Außerdem sollte ein Antidröhnband an der Unterseite verklebt werden. Der seitliche Abschluss erfolgt in der Regel mit Bordprofilen die eine Bewegungsaufnahme ermöglichen. Fensterbleche unterliegen einer Längenänderung durch Temperaturänderungen, sie dehnen sich bei großer Hitze (die Bleche werden unter Umständen über 70°C heiss) aus und ziehen sich bei Kälte wieder zusammen.

Die Bordprofile müssen also eine Bewegungsaufnahme erlauben und gleichzeitig über eine Dichtung verfügen um ein Eindringen von Wasser ins WDVS auszuschließen. Dazu bieten die WDVS Hersteller unterschiedliche Konstruktionen an. Meistens werden die Fensterbleche allerdings gleich mit den (neuen) Fenstern mitgeliefert und entsprechen nicht dem geforderten Standard. Hier sollte der Auftraggeber also von vornherein auf ein noch zu verbauendes WDVS hinweisen und auf die Lieferung WDVS-konformer Bordprofile bestehen.

Häufig werden auch Fensterbänke in falscher Länge geliefert. In der Folge werden die Bordprofile dann nicht richtig eingeputzt. Bei richtiger Ausführung der Leibungsdämmung und bei richtiger Länge der Fensterbank schließt der Leibungsputz genau an der Innenkante des Bordprofiles ab. Das Vorgehen der Längenermittlung der Fensterbank ist eigentlich immer gleich. Zunächst muss der Bauherr festlegen, welche lichte Weite zwischen den fertig geputzten Leibungen verbleibt. Dies wird am Fensterrahmen angezeichnet und der Abstand gemessen. Dazu erfolgt dann eine Zugabe die je nach Hersteller leicht differiert. Fertig.

Sind die Bleche korrekt montiert müssen sie umlaufend mit einem Kompriband beklebt werden da alle Anschlüsse Schlagregendicht ausgeführt werden müssen. Die Bleche sollten mindestens 3 cm über die Putzscheibe überstehen. Besser wäre ein noch größerer Überstand worauf aber aus ästhetischen Gründen  gerne verzichtet wird. Oft wird dies mit einer zu schnellen Verschmutzung der Fassade durch Wasserfahnen bezahlt.

Freitag, 14. Januar 2011

Algenbefall ist optischer Mangel

Wie das Oberlandesgericht Frankfurt jetzt geurteilt hat (7U 76/09) wird ein Algenbefall an der Fassade als Mangel bewertet. In dem Streitfall  ging es um ein Objekt an dem ein WDVS ausgeführt wurde. Das WDVS war frei von Sachmängeln ausgeführt worden. Jedoch erkannte ein Sachverständiger das der frühe Algenbewuchs vermeidbar gewesen wäre wenn der Dachüberstand größer gewesen wäre. Da der Vertragspartner des Auftraggebers ein Generalunternehmer war kam das Gericht zu der Auffassung, der GU habe nicht nur isoliert deine mangelfreie Wärmedämmung geschuldet sondern ein insgesamt funktionstüchtiges Gebäude.

In der Urteilsbegründung wird näher auf die Umstände hingewiesen und auch die Aussagen der Sachverständigen erläutert.