Heute erreichte mich per Mail eine Anfrage bezüglich der Verarbeitung von Wärmedämmverbundsystemen:
Sehr geehrter Profimaler,
darf ich Ihnen eine Frage stellen:
Ist bei einem WDVS die Eckverzahnung der Platten allgemein anerkannte Regel der Technik?
Bei uns wurde sie nämlich nicht gemacht, in den Herstellerrichtlinien steht die Eckverzahnung aber.
Danke und freundliche Grüße
Selbstverständlich kann mir jeder Interessierter seine Fragen per Mail zusenden. Ich werde sie dann in diesem Blog möglichst zeitnah beantworten. Also nur zu. Schreiben Sie, was Ihnen unter den Nägeln brennt.
Also, gehen wir das Problem einmal an:
So steht im Merkblatt 21 des "Bundesauschuss für Farbe und Sachwertschutz":
"An den Gebäudeecken sind die Platten nach Möglichkeit eckverzahnt auszuführen".
In der DIN 55699 - Verarbeitung von WDVS steht wörtlich genau das gleiche.
In der VOB/C DIN 18345 wiederum steht, das die Verarbeitung nach DIN 55699 erfolgt, sofern die Zulassung (und meint wahrscheinlich die bauaufsichtliche Zulassung des jeweiligen Wärmedämmverbundsystemes) nichts anderes vorschreibt. Nun bin ich kein Jurist, aber mir scheint es demnach so zu sein, das wenn die Eckverzahnung in den Herstellervorschriften steht dann auch ausgeführt werden muss. Insofern spielt es keine Rolle ob sie den
anerkannten Regeln der Technik entspricht. Aber vielleicht findet sich noch ein Fachanwalt für Baurechtder hier einen Kommentar abgeben möchte. Er wäre herzlich eingeladen.
Posts mit dem Label Mangel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Mangel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 4. November 2011
Freitag, 21. Oktober 2011
Typische Mängel an einem WDVS #3
Also noch mal zum Mitschreiben:
Ein Überbindemaß der Dämmplatten von mindestens 10 cm ist einzuhalten. Alle Detailanschlüsse sind vom WDVS Handwerker herzustellen. Das heißt im Umkehrschluss das alle anzuarbeitende Bauteile schon montiert sein müssen. Austrittsfensterbänke müssen stabil unterbaut werden. Die Hersteller bieten Montagekonsolen an, mit denen geht das ganz vernünftig.
Dienstag, 18. Oktober 2011
Typische Mängel an einem WDVS #2
Eine der größten Fehlerquellen überhaupt ist der fehlerhafte Einbau von Fensterblechen und den dazugehörigen Bordprofilen. Fensterbleche müssen mit einem Gefälle von ca. 5° eingebaut werden. Außerdem sollte ein Antidröhnband an der Unterseite verklebt werden. Der seitliche Abschluss erfolgt in der Regel mit Bordprofilen die eine Bewegungsaufnahme ermöglichen. Fensterbleche unterliegen einer Längenänderung durch Temperaturänderungen, sie dehnen sich bei großer Hitze (die Bleche werden unter Umständen über 70°C heiss) aus und ziehen sich bei Kälte wieder zusammen.
Die Bordprofile müssen also eine Bewegungsaufnahme erlauben und gleichzeitig über eine Dichtung verfügen um ein Eindringen von Wasser ins WDVS auszuschließen. Dazu bieten die WDVS Hersteller unterschiedliche Konstruktionen an. Meistens werden die Fensterbleche allerdings gleich mit den (neuen) Fenstern mitgeliefert und entsprechen nicht dem geforderten Standard. Hier sollte der Auftraggeber also von vornherein auf ein noch zu verbauendes WDVS hinweisen und auf die Lieferung WDVS-konformer Bordprofile bestehen.
Häufig werden auch Fensterbänke in falscher Länge geliefert. In der Folge werden die Bordprofile dann nicht richtig eingeputzt. Bei richtiger Ausführung der Leibungsdämmung und bei richtiger Länge der Fensterbank schließt der Leibungsputz genau an der Innenkante des Bordprofiles ab. Das Vorgehen der Längenermittlung der Fensterbank ist eigentlich immer gleich. Zunächst muss der Bauherr festlegen, welche lichte Weite zwischen den fertig geputzten Leibungen verbleibt. Dies wird am Fensterrahmen angezeichnet und der Abstand gemessen. Dazu erfolgt dann eine Zugabe die je nach Hersteller leicht differiert. Fertig.
Sind die Bleche korrekt montiert müssen sie umlaufend mit einem Kompriband beklebt werden da alle Anschlüsse Schlagregendicht ausgeführt werden müssen. Die Bleche sollten mindestens 3 cm über die Putzscheibe überstehen. Besser wäre ein noch größerer Überstand worauf aber aus ästhetischen Gründen gerne verzichtet wird. Oft wird dies mit einer zu schnellen Verschmutzung der Fassade durch Wasserfahnen bezahlt.
Die Bordprofile müssen also eine Bewegungsaufnahme erlauben und gleichzeitig über eine Dichtung verfügen um ein Eindringen von Wasser ins WDVS auszuschließen. Dazu bieten die WDVS Hersteller unterschiedliche Konstruktionen an. Meistens werden die Fensterbleche allerdings gleich mit den (neuen) Fenstern mitgeliefert und entsprechen nicht dem geforderten Standard. Hier sollte der Auftraggeber also von vornherein auf ein noch zu verbauendes WDVS hinweisen und auf die Lieferung WDVS-konformer Bordprofile bestehen.
Häufig werden auch Fensterbänke in falscher Länge geliefert. In der Folge werden die Bordprofile dann nicht richtig eingeputzt. Bei richtiger Ausführung der Leibungsdämmung und bei richtiger Länge der Fensterbank schließt der Leibungsputz genau an der Innenkante des Bordprofiles ab. Das Vorgehen der Längenermittlung der Fensterbank ist eigentlich immer gleich. Zunächst muss der Bauherr festlegen, welche lichte Weite zwischen den fertig geputzten Leibungen verbleibt. Dies wird am Fensterrahmen angezeichnet und der Abstand gemessen. Dazu erfolgt dann eine Zugabe die je nach Hersteller leicht differiert. Fertig.
Sind die Bleche korrekt montiert müssen sie umlaufend mit einem Kompriband beklebt werden da alle Anschlüsse Schlagregendicht ausgeführt werden müssen. Die Bleche sollten mindestens 3 cm über die Putzscheibe überstehen. Besser wäre ein noch größerer Überstand worauf aber aus ästhetischen Gründen gerne verzichtet wird. Oft wird dies mit einer zu schnellen Verschmutzung der Fassade durch Wasserfahnen bezahlt.
Labels:
Algen,
Bordprofil,
Fassade,
Fensterblech,
Gipser,
Info,
Maler,
Mangel,
Mängel,
Montage,
Pfusch,
Putzer,
Sachmangel,
Schäden,
WDVS
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Typische Mängel an einem WDVS #1
Heute möchte ich mit einer kleinen Reihe von typischen Mängeln bei der Verarbeitung eines Wärmedämmverbundsystemes (WDVS) beginnen. Leider sind alle Photos auf nur einer Baustelle entstanden. Mein herzlicher Dank geht an die Eigentümer des Hauses die mir erlaubt haben, diese Fotos von ihrem Eigenheim zu veröffentlichen.
Hier im Bild ist ein Fehler sehr schön zu erkennen den man schon einen Klassiker nennen kann: Die Überspachtelung der Dübelteller. Wenn im Altbau gedämmt wird muss meistens gedübelt werden. Normaler weise sollten die Dübel versenkt und mit geeigneten Dübelrondellen abgedeckt werden. Wenn dies nicht möglich sein sollte sind die Dübel bündig mit der Oberfläche zu setzen. Da dies in der Praxis nicht immer so gut funktioniert werden die Dübel einfach tiefer gesetzt und die entstandenen Vertiefungen werden mit Armierungsmasse vorgespachtelt. Dabei entstehen später aufgrund der unterschiedliche Materialstärke der Armierungsmasse Risse. Außerdem kann sich später die Dübelung auf der Fassade abzeichnen.
Fehler: Dübel zu tief gestezt
mögliche Schäden: Abzeichnungen, Putzrisse
Besser machen: Dübel versenken und Dübelrondelle einsetzen
Hier im Bild ist ein Fehler sehr schön zu erkennen den man schon einen Klassiker nennen kann: Die Überspachtelung der Dübelteller. Wenn im Altbau gedämmt wird muss meistens gedübelt werden. Normaler weise sollten die Dübel versenkt und mit geeigneten Dübelrondellen abgedeckt werden. Wenn dies nicht möglich sein sollte sind die Dübel bündig mit der Oberfläche zu setzen. Da dies in der Praxis nicht immer so gut funktioniert werden die Dübel einfach tiefer gesetzt und die entstandenen Vertiefungen werden mit Armierungsmasse vorgespachtelt. Dabei entstehen später aufgrund der unterschiedliche Materialstärke der Armierungsmasse Risse. Außerdem kann sich später die Dübelung auf der Fassade abzeichnen.
Fehler: Dübel zu tief gestezt
mögliche Schäden: Abzeichnungen, Putzrisse
Besser machen: Dübel versenken und Dübelrondelle einsetzen
Donnerstag, 11. November 2010
Fassade aufbereiten - Bauexpertenforum
Fassade aufbereiten - Bauexpertenforum:
Tja, was soll man zu so einer Fassade sagen. Offensichtlich handelt es sich um ein schlecht geklebtes WDVS. Sogar die Fugen der Dämmplatten zeichnen sich ab. Dieser Effekt entsteht, wenn die Platten unregelmäßig verklebt werden. Dann sind Fugen zwischen den Platten unausweichlich. So lange noch nicht armiert wurde kann man diese Fugen mit Dämmstoffstreifen oder einem geeigneten Füllschaum verschließen. Oft wird aber die Armierung darüber geschmiert - sieht ja keiner. Später hat man hier eine tolle Wärmebrücke.
An der im Bild gezeigten Fassade sieht man den dann eintretenden Effekt sehr gut. In der Fläche ist die Fassade gut gedämmt, dadurch wird leider auch das Algenwachstum beschleunigt (warum das so ist beschreibe ich in den nächsten Beiträgen). Über die Fugen wird die Fassadenoberfläche jedoch praktisch beheizt. Dadurch ist hier das Algenwachstum eingeschränkt und die Fugen zeichnen sich an der Putzoberfläche heller ab. Auch über Putzqualitäten werden wir noch zu reden haben.
Tja, was soll man zu so einer Fassade sagen. Offensichtlich handelt es sich um ein schlecht geklebtes WDVS. Sogar die Fugen der Dämmplatten zeichnen sich ab. Dieser Effekt entsteht, wenn die Platten unregelmäßig verklebt werden. Dann sind Fugen zwischen den Platten unausweichlich. So lange noch nicht armiert wurde kann man diese Fugen mit Dämmstoffstreifen oder einem geeigneten Füllschaum verschließen. Oft wird aber die Armierung darüber geschmiert - sieht ja keiner. Später hat man hier eine tolle Wärmebrücke.
An der im Bild gezeigten Fassade sieht man den dann eintretenden Effekt sehr gut. In der Fläche ist die Fassade gut gedämmt, dadurch wird leider auch das Algenwachstum beschleunigt (warum das so ist beschreibe ich in den nächsten Beiträgen). Über die Fugen wird die Fassadenoberfläche jedoch praktisch beheizt. Dadurch ist hier das Algenwachstum eingeschränkt und die Fugen zeichnen sich an der Putzoberfläche heller ab. Auch über Putzqualitäten werden wir noch zu reden haben.
Abonnieren
Posts (Atom)

