Montag, 19. November 2012

Wieder mal eine Anfrage an den Fassadendoc die ich gerne beantworte

Lieber Fassadendoc,

Sie haben mir schon einmal geholfen, danke. Könnten Sie mir bitte
noch eine Frage zu meinem WDVS beantworten:

Ich habe ein WDVS mit nachweislich zu dünner Armierung und zu dünnem
Oberputz von zusammen 1,6 bis 2mm...

Jetzt stehen 2 Sanierungsvorschläge im Raum:

1. Putz und Armierung abfräsen und neu aufbringen.
2. Eine neue Armierung mit Gewebe und einen neuen Putz auf die schon
vorhandene Armierung/Putz auftragen.

Nun meine Frage zu Vorschlag 2:

Gibt es extra Zulassungen dafür oder ist der Neuauftrag durch die
alte abZ abgedeckt?
Erlischt vielleicht sogar die alte abZ, wenn ich einen Neuauftrag
drübermachen lasse?

Hoffentlich können Sie mir eine Auskunft geben! Jetzt schon danke dafür.

Freundliche Grüße von
Christine


Samstag, 17. November 2012

Wieder mal Brandgefährlich ...

... von der Profilierungssucht mancher Politiker.

Der NDR droht schon wieder mit einer neuen Sendung über die "brandgefährlichen" WDVS. Und der Bundestagsabgeordnete Groß möchte über die Brandsicherheit von WDVS im Parlament diskutieren. In der Immobilien Zeitung wird schon mal wieder mit viel Eifer aber wenig Sachverstand geschrieben.


Das Problem liegt vor allem darin, das zu viele Leute mitreden die keine Ahnung haben und dann alle Anderen verrückt machen. Vorrangiges Ziel beim Brandschutz von WDVS ist folgendes:

"Eine schnelle Brandausbreitung über mehr als zwei Geschosse oberhalb bzw. unterhalb der Brandausbruchstelle ist vor dem Löschangriff (15-20 Minuten nach Benachrichtigung) zu verhindern.
Eine Gefährdung der Rettungskräfte durch großflächig abstürzende Fassadenteile ist auszuschließen. "


Definiert durch die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren AGBF

Und natürlich werden die Brandschutzprüfungen von den Herstellern selbst bezahlt. In eigens dafür zertifitierten Prüfinstituten bzw. dem Deutschen Institut für Bautechnik, Berlin werden diese Prüfungen zum Teil mehrmals jährlich vorgenommen. Soll der Steuerzahler dafür aufkommen? Ich glaube die Hersteller hätten kein Problem damit ;-) Übrigens ist das vergleichbar mit dem TÜV für Kraftfahrzeuge in Deutschland. Die Prüfung muss ja auch der Fahrzeughalter bezahlen, oder? Das Bauordnungsrecht und die Bauaufsicht fallen übrigens verfassungsrechtlich ab 1946 in die Zuständigkeit der Länder. Deswegen gleich von einem Flickenteppich des Baurechts zu sprechen ist dann auch reichlich überzogen. Der Brandschutz ist in den Landesbauordnungen der Budesländer geregelt welche nur in geringem Umfang voneinander abweichen, da alle auf der Musterbauordnung des DIBt fußen. Aber vielleicht wollen das weder Herr Groß noch der NDR das so genau wissen. Sie müssten ja nur einmal vorab mit den richtigen (Fach)Leuten reden und dann erst an die Öffentlichkeit gehen.

Donnerstag, 15. November 2012



So, heute mal was in eigener Sache. Manchmal ärgere ich mich einfach über schlechten Service. Also schreibe ich Ihnen heute einfach mal was passiert ist. Ich möchte meine Mitgliedschaft bei McFit kündigen. Also dort auf die Homepage und erfahren das man hierzu eine Mail an McFit schreiben soll, oder man schreibt über das Kontaktformular über dem steht:


Du hast Fragen, Anregung oder Wünsche? Wir haben immer ein offenes Ohr für dich. Schreibe uns dein Anliegen und hinterlasse deine Kontaktdaten inklusive E-Mail Adresse. Wir werden uns sobald wie möglich bei dir melden.


Gesagt getan, am 24. Oktober das Formular ausgefüllt mit dem Wunsch den Vertrag zu kündigen und schon kurz darauf findet man eine Bestätigungsmail im Posteingang:


Vielen Dank für Deine E-Mail.


Diese leiten wir umgehend an die zuständige Abteilung weiter.
Bitte habe Verständnis, dass es bei der Beantwortung Deines Anliegens zu Verzögerungen von etwa 2 Wochen kommen kann.
Sportliche GrüßeDein McFit-Team



So bald wie möglich heisst bei McFit also "bis in 2 Wochen", gut ist ja nicht der Rettungsdienst mit dem ich da zu tun habe. Übrigens hatte ich gebeten, mir den Termin der Vertragsbeendigung schriftlich zu nennen. In der Folge, der werte Leser ahnt es schon, passiert erst einmal gar nichts. Da seit nunmehr gut 3 Wochen nichts passiert ist schreibe ich gestern natürlich wieder eine Mail an mein freundliches Fitnesstudio:

Sehr geehrte Damen und Herren,
da ich seit meiner letzten Mail vom 24.10.2012 an Sie (siehe unten) nichts mehr von Ihnen gehört habe weise ich Sie noch einmal darauf hin, das ich das Vertragsverhältnis mit Ihnen gekündigt habe. Da Sie auf meine Mail nicht reagiert haben gehe ich davon aus das Ihnen meine Mitgliedschaft egal ist. Ich werde deswegen meine Zahlungen zum 30.11.2012 einstellen bzw. die Einzugsermächtigung bei meiner Bank zurück ziehen und betrachte ab diesem Datum meine Mitgliedschaft als beendet. Die von Ihnen ausgehändigte Mitgliedskarte werde ich zu diesem Zeitpunkt vernichten. Sollte ich in der Zwischenzeit nichts von Ihnen hören gehe ich davon aus, das Sie dieses Vorgehen billigen.
Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Köster


Darauf folgte nun wirklich prompt die aussagekräftige Antwortmail:

Vielen Dank für Deine E-Mail.
Diese leiten wir umgehend an die zuständige Abteilung weiter.
Bitte habe Verständnis, dass es bei der Beantwortung Deines Anliegens zu Verzögerungen von etwa 2 Wochen kommen kann.
Sportliche Grüße

Dein McFit-Team
Ist ja wirklich prima wie schnell und kompetent da reagiert wird. Bin mal gespannt wie das weiter geht.








Donnerstag, 7. Juni 2012

#3 Algenbewuchs auf Fassaden

Hat man es mit einem Algenbefall zu tun müssen die Flächen zunächst einmal desinfiziert werden. Dies geschieht mit einem ersten Arbeitsgang durch eine gründliche Reinigung der Fassade mit einem Hochdruckreiniger. Die Fassade sollte danach gründlich trocknen, ein bis zwei Tage sollte man mindestens warten. Tut man dies nicht verfehlt die nachfolgende Prozedur ihre Wirkung da immer noch Wasser in den kapillaren Öffnungen des Putzes steht.

Danach erfolgt die Desinfektion mit einem  sog. Algizid. Nach der vorgeschriebenen Einwirkdauer wird die Fassade mit einem Tiefgrund grundiert und kann anschließend mit der vorgesehenen Fassadenfarbe zweimalig beschichtet werden. Bitte verwenden Sie nur ein System eines Herstellers und mischen Sie nicht. Für die Dauerhaltbarkeit ist es dringend erforderlich sich an die Verarbeitungsempfehlungen der Hersteller zu halten. Verdünnen Sie Fassadenfarbe nie mehr als erlaubt. In der Regel wird der Schlussanstrich unverdünnt aufgetragen. Tun Sie sich den Gefallen und machen das auch so. Das richtige Vorgehen beeinflusst die Haltbarkeit des Anstriches wie kein anderer Faktor!

Im nächsten Artikel unterhalten wir uns über die richtigen Farbsysteme.

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Samstag, 2. Juni 2012

#2 Algenbewuchs auf Fassaden

Hier gibts die Übeltäter mal zu sehen. Die Gebäude stehen in exponierter Lage und werden ordentlich bewittert. Dachüberstände hat man nicht für notwendig gehalten, entsprächen aber auch nicht dem gängigen Baustil der Gegend. durch die Bewitterung (die Bilder zeigen die Nord- und Westseite) ist die Fassade dauernd durchfeuchtet.

Mit Algen befallene Fassaden


In der Nahaufnahme erkennt man ein paar, wenn auch erklärungsbedürftige, Details:

Die dunkleren Fahnen sind stärkerer bewuchs. an den Rändern der Ortgangziegel tropft immer wieder Wasser über die Putzoberfläche. Abeglagerte Blütenpollen und Staub werden so auf die Fassade aufgebracht. Die hellen Schattierungen resultieren aus einer höheren Schichtddicke des Ausgleichsanstriches. Vermutlich hat ein Maler zunächst in der oberen Gerüstlage gestrichen bzw. gerollt und stieg dann einen Etage im Gerüst hinunter. Da er seine Farbe gleichmäßig verteilen will rollt er auch wieder nach oben in die inzwischen leicht angetrocknete Farbe. Dadurch entstehen Überlappungen.

Zu sehen sind Algen in einer Nahaufnahme
Die Algen in einer Nahaufnahme
Jetzt fragen Sie natürlich mit Recht: Was kann man dagegen tun?

Die Antwort auf diese Frage demnächst hier im Blog.

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Freitag, 1. Juni 2012

#1 Gewährleistung bei Handwerksarbeiten?

Ab und zu werde ich gefragt wie das eigentlich mit Garantie, bzw. Gewährleistung bei Malerarbeiten aussieht. Tja sag ich dann immer, das ist ein schwieriges Thema mit dem sich eigentlich Juristen befassen müssen. aber ich lass mich dann doch immer wieder hinreißen etwas zu dem Thema zu sagen.

Grundsätzlich muss man zwischen einem Garantieversprechen und der Gewährleistungshaftung unterscheiden. Eine Garantie ist eine freiwillige Zusicherung für die Funktionsfähigkeit einer Sache über einen bestimmten Zeitraum. Wenn Sie also beispielsweise einen Fön kaufen und bekommen vom Hersteller zwei Jahre Garantie für die volle Funktion dann muss der Fön zwei Jahre lang funktionieren. Meistens wird die Garantie noch etwas eingeschränkt (Fön nicht in die volle Badewanne werfen) oder von bestimmten Dingen wie beispielsweise eine regelmäßige Wartung abhängig gemacht. Geht Ihr Fön während der Garantiezeit kaputt können Sie reklamieren. Dann hängt es oft von den Garantiebedingungen ab in welcher Form der Hersteller Ersatz leistet.

Etwas anderst ist der Fall bei der Gewährleistung geregelt. Die Gewährleistungshaftung ist gesetzlich geregelt und kann nicht ausgeschlossen werden (Ausnahme sind Geschäfte von Privat zu Privat). Also, jeder Kaufvertrag und jeder Werkvertrag schließt automatisch eine Gewährleistungsdauer von mindestens 2 Jahren ein. Dabei gilt in den ersten 6 Monaten nach dem Vertragsabschluß die sogenannte Beweislastumkehr.

Was das nun wieder bedeutet erfahren Sie in einem der nächsten Blogeinträge.

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Donnerstag, 31. Mai 2012

#1 Algenwachstum auf Fassaden

Ein leidiges Thema ist heutzutage der Algen- und Pilzbewuchs auf Fassaden. Oft schon nach wenigen Jahren bemerkt der Hausherr Flecken auf der Fassade. Vorzugsweise auf Nord- und Westseiten besiedeln Kleinstlebewesen die Putzoberfläche. Eigentlich ist das gut so. Der Bewuchs zeigt nämlich an, das die Natur intakt ist und der Bewuchsprozess nicht durch eine Luftverschmutzung gestört wird. In Mitteleuropa werden Sie nur wenige frei bewitterte Flächen finden die keinen Bewuchs aufzeigen. Mauern, Zäune, Dächer und Schilder, nichts wird verschont.

Algen sind eine der ältesten Pflanzen auf unserem Planeten und benötigen nur wenig zum Leben. Es reichen schon etwas Feuchtigkeit und ein paar Nährstoffe, dazu etwas Sonnenlicht, davon aber am Besten nicht zu viel. Besonders fies wird die ganze Geschichte wenn sich auch noch Pilze ansiedeln. Die bilden eine symbiotische Lebensgemeinschaft und umsorgen sich gegenseitig wie ein altes Ehepaar. Wobei der Pilz im Gegensatz zur Alge nicht nur an der Putzoberfläche verbleibt sondern auch in tiefere Putzschichten dringen kann.

Was man gegen den Algenbewuchs tun kann und wie man vorhandenen Bewuchs wieder los wird, das erfahren Sie demnächst in diesem Blog

Ich war dann mal weg

Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs. Vielleicht haben Sie in den vergangenen Monaten in diesem Blog mitgelesen. Dann haben Sie sicher festgestellt das auf dieser Seite schon länger nichts mehr veröffentlicht wurde. Das soll sich aber ändern. Nach einem arbeitsreichen Frühjahr in dem ich unter Anderem mehrere Sportveranstaltungen organisiert habe (und immer noch am organisieren bin), finde ich jetzt wieder die Zeit mich um diesen Blog zu kümmern. Ich werde also in nächster Zeit meine Beiträge wieder posten und Sie weiterhin mit Informationen versorgen.


Bleiben Sie neugierig.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Sind WDVS Hersteller Faschisten?

Sind WDVS Hersteller Faschisten? Sind Brillux, Caparol, Sto und Co. die Nachfolger der Naziunterstützer  und -Profiteure IG Farben? Das behauptet jedenfalls Konrad Fischer auf seiner Seite "Preservation, Conservation, Restoration and Maintenance of Old Buildings" bei Facebook. Dummheit oder mangelnde Geschichtskenntnis?

Wörtlich schreibt KF:
"Herzlichen Dank, lieber Herr Kollege! Ja, Ihr deftiger Kommentar trifft die im Artikel gebrandmarkte Unverschämtheit der Dämmstoffprofiteure sehr genau. Wirklich schrecklich, wie es den ökofaschistischen Nachfolgern der IG Farben, die einst in ihren Auschwitzer Chemiefabriken die Juden in Zwangsarbeit verheizten, heute gelingt, unsere ganze Bevölkerung hinter brandgefährlichem Sondermüll in Lebensgefahr zu versetzen. Mit Hilfe käuflicher Wissenschaft, zumindest mit "Kostenlos-Planung" korrumpierter Planung und schwarzgeldbekofferter Politik. Bullshit ist dafür eine noch fast zu vornehme Bezeichnung! Ihnen wünsche ich von ganzem Herzen ein friedvolles Weihnachtsfest und fette Geschenke!"

Vorausgegangen war mein Kommentar zu dem hinlänglich bekannten Spiegel Online Artikel zum Thema "WDVS als Brandbeschleuniger" nämlich: 
"Selten so einen Bullshit gelesen. Mehr Infos auf http://fassadendoc.blogspot.com/"
Dann legt der angebliche WDVS Sachverständige richtig los und bezeichnet WDVS Hersteller als Ökofaschisten

Ich habe darauf zwei weitere Kommentare geschrieben. Den ersten als direkte Erwiderung zu dem obigen Kommentar seinerseits, den Zweiten nach längerem nachdenken. 


Hier meine erste Antwort:


Ich hoffe ich darf sie bei Gelegenheit mal zitieren. Für die Weihnachtswünsche bedanke ich mich herzlich. "Fette" Geschenke wird es in meiner Familie nicht geben weil wir die zunehmende Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes ablehnen. Auch Ihnen wünsche ich ein gesegnetes Fest. Aber Sie tun mir eine Gefallen, wenn Sie mich in Zukunft nicht mehr als Kollege titulieren, das wäre mir nämlich wirklich peinlich.

Wie sie merken, da war ich noch ziemlich sprachlos gegenüber den Formulierungen die alle WDVS Hersteller in die rechte Ecke rücken. Nachdem ich aber etwas nachdenken konnte wollte ich die Sache aber nicht so einfach auf sich beruhen lassen und schrieb nochmal was dazu:

Die zweite Antwort:


 Ich noch mal. Ich hatte jetzt Gelegenheit, über Ihren Beitrag noch mal etwas nachzudenken. Ihre Wortwahl, die mir vorher schon ins Auge sprang empört mich doch sehr. Deswegen möchte ich mich in dieser Sache nochmal äußern. Mit ihren Formulierungen stellen Sie meinen Arbeitgeber und damit mich, der ich meine Firma repräsentiere, in eine Reihe mit Mussolini und seinen Faschisten oder Adolf Hitler und seine Nazischergen. Ich halte das für eine bodenlose Frechheit und im mildesten Fall für eine gedankenlose Verniedlichung von Staatsterroristen auf deren Konto Millionen von Toten gehen. Wahrscheinlich halten Sie es in der Folge nicht für notwendig, sich bei mir zu entschuldigen, geschenkt. Aber bevor Sie das nächste mal auf einer öffentlichen Seite das Ansehen dieser Opfer des Rechtsterrors mit Füßen treten halten Sie lieber mal die Luft an und zählen bis zehn. Vielleicht hilft es Ihnen, Diskussionen über das für und wieder der Wärmedämmung mit der notwendigen Sachlichkeit zu führen. Sachliche Diskussionen auch gerne auf http://fassadendoc.blogspot.com/


Zum jetzigen Standpunkt steht eine Rückantwort aus und ich bin gespannt ob überhaupt noch etwas kommt.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Dicke Luft vs. richtig lüften

Bei meinem ersten Artikel habe ich angekündigt, etwas zum Thema Lüften zu schreiben. Ich werde es allerdings "Dicke Luft" nennen.
Wenn ich mich an meine Lehrzeit zurück erinnere (1997-2000), war das Thema "Schimmelpilze in Gebäuden" ein unerfreuliches Nebenprodukt der aufkommenden Wärmedämmeuphorie.
Doch dann gab es die ersten Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, Tagespresse und im Fernsehen. Es wurde und wird immer noch heiß diskutiert. Wobei heute weniger über die Ursache, als über die Vermeidung von Schimmelpilzbefall diskutiert wird. Die Nachfrage oder das Interesse am gesunden Wohnen ist immens gestiegen. Erstaunlich ist es nicht, dass das Interesse an diesem Thema so groß ist; verbringen wir doch die meiste Zeit in Innenräumen- und die meiste Zeit davon zu Hause.
Ein altbekanntes und heftigst diskutiertes Thema ist der Schimmelpilzbefall, zu dem wir später kommen.
Gesundes Wohnen steht für mich in enger Verbindung mit den Begriffen "Behaglichkeit und Wohlbefinden". Sie werden nicht nur durch die jeweilige Einrichtung, sondern durch das Raumklima beeinflusst. Lufttemperatur, Temperatur von Strahlungsflächen (z.B. kalte Wände und warme Kachelöfen), Luftfeuchtigkeit und Luftgeschwindigkeit sind ebenfalls wichtige Faktoren.
Wie Sie schon merken, möchte ich über nutzungsbedingte Ursachen schreiben, damit Sie in Zukunft weiterhin Schimmelpilzbrutstätten vermeiden.
Für ein behagliches Wohnklima ist das Wichtigste zu Lüften und zu Heizen. Die Vorteile liegen dabei glasklar auf der Hand: Hohe Luftqualität (saubere Luft), Vermeidung von Schimmelpilzbefall, gesundes Wohnklima und natürlich sparen von Heizkosten. Hierzu möchte ich einen Auszug aus dem Artikel "Gesundes Wohnen- durch richtiges Lüften und Heizen" der DENA nennen: Schimmelpilzbefall ist ein ernst zu nehmendes Problem. Die Hauptursache ist eine zu hohe Feuchte. Als Nahrung reicht eine Papiertapete oder der Staub auf der Wand. Schimmelpilz sieht nicht nur unappetitlich aus und riecht muffig. Er kann das Bauwerk schädigen und sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Eine hohe Feuchte verbessert zudem die Lebensbedingungen von Milben, die z.B. in Polstermöbeln oder Matratzen vorkommen. Für Allergiker sind auch diese "Hausstaubmilben" gefährlich.
Schimmelpilze benötigen verschiedene Untergrund- und Umgebungsbedingungen. Diese sind Temperatur, Feuchte, ph-Wert und Nährstoffe.
Schimmelpilze können sich bei Temperaturen von 0° bis 50°C vermehren. Optimal sind Temperaturen von 20° bis 35°C. Wobei Schimmelpilzsporen bei Minusgraden oder Temperaturen über 50°C nicht absterben, sie verfallen nur in eine sogenannte "Todesstarre". Sind wieder begünstigte Temperaturen vorhanden, geht der Wachstum weiter.
Schimmelpilzsporen brauchen auch eine relative Luftfeuchte von 70% und mehr. Es ist aber auch zu erwähnen, dass es auch "Trockenschimmelsporen" gibt und diese nur eine Luftfeuchte von 60% benötigen. Desweiteren können sich Schimmelpilze bei einem ph-Wert von 1 bis 11 verbreiten. Also auf fast allen Untergründen. Als Nährstoff  bieten sich organische Kohlenstoffverbindungen an, diese werden von den Sporen zersetzt. Dies ist auch ein wichtiger Vorgang im Kohlenstoffkreislauf unserer Natur.
Kommen wir wieder zurück zum Thema "Lüften". Die Möglichkeit, durch Lüftung Feuchtigkeit aus dem Raum zu entfernen, beruht darauf, dass Luft abhängig von Temperatur unterschiedliche Mengen Wasserdampf aufnehmen kann, d.h. je kälter die Luft ist, desto mehr Wasser kann sie beim Erwärmen aufnehmen. Daher kann im Winter durch Lüften mit kalter Außenluft mehr und schneller Feuchtigkeit aus einem Raum entfernt werden als im Sommer. Es ergeben sich im Winter Luftwechselraten von ca. 5-8 Minuten und im Sommer von ca. 20 Minuten und mehr. Bei kalter Außenluft kann im Innenraum- selbst bei Regenwetter- durch Lüftung eine Austrocknung erzielt werden. Eine Querstromlüftung (mehrere gegenüberliegende Fenster ganz geöffnet) bietet dabei den schnellsten und effektivsten Luftwechsel. Während Fenster bei Kippstellung höchstens 1/10 an Luftwechsel wie die Querstromlüftung erreicht.
Wenn ich nun auch noch vor dem Lüften die Heizkörper ausschalte, Türen zu wenig beheizten Räumen schließe und die Innenräume ausreichend beheize, kann ich sogar meine Heizkosten damit senken. Wer vorhin aufgepasst hat weiß: "Frische, kalte Luft erwärmt sich schneller als verbrauchte Luft".
Zum Schluß möchte ich Ihnen noch allgemein empfohlene Temperaturen in Wohnräumen mit auf den Weg geben: Wohnzimmer 20°-23°C, Schlafzimmer 17°- 20°C, Küche 18°-20°C, Bad 20°-23°C, WC 16°-19°C und Flur 15°-18°C. Wobei ein Klima, das für alle Personen im Raum optimal ist, nicht gibt. da die persönliche Behaglichkeit unter anderem von Bekleidung, der körperlichen Verfassung und der individuellen Empfindlichkeit beeinflusst wird.

Ich könnte noch soviel mehr zu diesem Thema schreiben, ich habe das für mich notwendigste erwähnt und mit sei bitte verziehen, wenn ich einige Dinge nicht angesprochen habe, die Schimmelpilzwachstum begünstigen (z.B. bauliche Mängel).

Mit einem sauberen, luftigen Gruß
Albert Klein